Kampf gegen Kurden Türkei bringt Waffen und Panzer zur syrischen Grenze

Der türkische Präsident Erdogan lässt Kriegsgerät in Richtung syrische Grenze schaffen. Steht eine Offensive gegen kurdische Truppen bevor?

Von der Türkei unterstützte Milizionäre in Nordsyrien
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Von der Türkei unterstützte Milizionäre in Nordsyrien


Konvois mit schweren Waffen, gepanzerten Fahrzeugen, Panzern und Munition sind in der Neujahrsnacht in den osttürkischen Grenzprovinzen Mardin und Sirnak angekommen.

Obwohl die Türkei eine Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien verschoben hatte, schaffte sie nun Kriegsgerät in Richtung der syrischen Grenze, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Offizielle Begründung: Die Ausrüstung sei für die Grenzbefestigung bestimmt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor drei Wochen eine Offensive gegen kurdische Truppen angekündigt, sie dann allerdings verschoben - womöglich auf US-Druck hin.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, die amerikanischen Truppen aus Syrien abzuziehen. Der US-Abzug ändert die Kräfteverhältnisse in der Region. Die Türkei wittert ihre Chance, um gegen die kurdische YPG-Miliz vorzugehen, die sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation ansieht.

Die YPG ist gleichzeitig eine wichtige Kraft im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Experten befürchten unter anderem, dass ein türkischer Angriff auf die Kurden den Kampf gegen den IS schwächen könnte.

Präsident Trump hatte jüngst getwittert, dass Erdogan ihm versichert habe, die Türkei könne die Überbleibsel des IS in Syrien "auslöschen". Solche Offensiven außerhalb des Grenzgebiets könnten die Türkei, die die syrische Opposition unterstützt, allerdings in Konflikt mit der syrischen Regierung sowie Russland und Iran bringen.

kha/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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elveda 01.01.2019
1. Ethnisierung des Konflikts in deutschen Medien hat Methode
Apropos "Türken" gegen "Kurden": Kurden sind beim IS, in der türkischen Armee, in der syrischen Armee, in der YPG, in jesidischen Milizen. Also wen genau meint man, wenn man von den Kurden spricht? Wir sollten den deutschen Medien nicht auf den Leim gehen und von Kurden reden, denn die Trennlinie verläuft nicht anhand der Ethnie, sondern der Ideologie. Man wird in keiner türkischen Publikation auch nur ein Wort gegen Kurden lesen, es geht immer gegen die PKK, während es hier in Deutschland umgekehrt ist, da ist immer von Kurden die Rede, wenn man in Wirklichkeit die PKK meint. Diese Ethnisierung hierzulande hat Methode.
dieter.zuckermann 01.01.2019
2.
Ich verstehe nicht welche Ereignisse man erwartet, dass die Türkei in Syrien in Konflikt mit Russland geraten kann. Ich sehe irgendwie keine einzige Entwicklung wo sowas möglich wäre. Angriff auf die Kurden wird es sowieso nicht geben. Dazu hat die Türkei keinen Grund mehr. Sollte die Türkei doch so ein Abendteuer starten. Ich sehe auch in dem Fall wenig Möglichkeiten zu einem Konflikt. Russland oder Iran hätten auch kein Problem, dass die Türkei gewissen Einfluss in Syrien behält. Das wurde bereits deutlich kommuniziert. Die Interessen gehen nirgendwo in entgegengesetzt Richtung und an vielen Stellen haben Russland und die Türkei gleiche Interessen. Beide Länder sind traditionell zu Kompromissen bereit. Ich sehe da wirklich nichts, was überhaupt schief laufen kann. Das ist doch wieder ein Versuch die USA in Syrien zu halten. Mit USA in Syrien kann dieser Konflikt aber nicht gelöst werden. Auch die Türkei mag genauso wie USA illegal in Syrien sein. Die Türkei ist aber deutlich konstruktiver und gefährdet weit weniger den Frieden in Syrien. Die Anwesenheit der Türkei ist ein lösbares Problem. Jeder versteht deren Interessen und jeder weiß, wie das gelöst werden kann. Anwesenheit der USA ist dagegen ein Problem, welches kaum gelöst werden kann. Man kann in Syrien keinen Frieden erreichen, so lange USA vor Ort sind. USA muss definitiv raus aus Syrien damit der Friedensprozess starten kann. Kein anderes Land vor Ort stellt so ein gravierendes Problem dar wie die USA.
quark2@mailinator.com 01.01.2019
3.
Nicht eine "Offensive gegen kurdische Truppen", sondern eine türkische Invasion auf syrisches Hoheitsgebiet stünde bevor. Ich denke, man sollte das Kind beim Namen nennen und den NATO-Partner Türkei entsprechend dazu auffordern, einen solchen Verstoß gegen das Völkerrecht nicht zu begehen.
revolte73 01.01.2019
4. Das Faschisten Regime
in der Türkei bereitet sich auf die "säuberung" des kurdischen Volkes vor. Das türkische Volk hechelt sabbernd an Ihrem Diktator fest und macht sich mehr als nur verantwortlich für all die Morde die nun anstehen!
macarthur996 01.01.2019
5. sehr witzig
Donald Trump sagt, die türkischen Truppen können jetzt den IS in Syrien auslöschen. was hat die türkische Armee in Syrien zu suchen ? dann: die Türkei hat den IS immer unterstützt und sie werden das weiter tun. wenn die türkische Armee in Syrien eindringt, werden sie die Kurden bekämpfen und nicht den IS. der amerikanische Präsident hat keine Ahnung. der IS ist ein Verbünderter der Türkei. siehe Afrin, wodie Türken die Dijadisten vorgeschickt hat um die Kurden zu vertreiben. der US Präsident sollte schleunigst entmachtet werden, bevor er noch mehr Unglück anrichtet
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