Türkei Merkel verurteilt Putschversuch "auf das Schärfste"

"Es ist und bleibt das Recht des Volkes, in freien Wahlen zu bestimmen, wer es regiert": Bundeskanzlerin Merkel hat klare Worte für die Putschisten in der Türkei gefunden.

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Der schnelle Überblick
    Das ist passiert:
  • • Teile des türkischen Militärs haben versucht, gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu putschen. Am Freitagabend erklärte das Militär, die Macht im Land übernommen zu haben. Inzwischen meldet die Regierung, der Putschversuch sei beendet.

  • • Laut Ministerpräsident Binali Yildirim kamen 265 Menschen ums Leben, darunter 104 Putschisten. 1440 Menschen wurden verletzt, mehr als 3000 Militärangehörige sollen festgenommen worden sein. Die Situation in Istanbul und Ankara ist noch immer unübersichtlich.

• Die türkische Regierung sieht in den Anhängern des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen die Schuldigen. Gülen bestreitet, verantwortlich zu sein. Er gilt als Erzfeind Erdogans.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den versuchten Putsch in der Türkei "aufs Schärfste" verurteilt. "Panzer auf den Straßen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht", sagte sie am Samstag in Berlin. Jedes Volk habe das Recht zu entscheiden, wer es regiert.

"Es ist tragisch, dass so viele Menschen diesen Putschversuch mit dem Leben bezahlt haben. Das Blutvergießen in der Türkei muss jetzt ein Ende haben", sagte Merkel. Deutschland stehe auf der Seite derjenigen in der Türkei, die die Demokratie und den Rechtsstaat verteidigten.

Merkel mahnte aber auch die Achtung demokratischer Grundrechte in dem Land an. Sie wünsche der Türkei, dass sie gewaltreiche Konflikte und Spaltungen überwinden könne. "Die Demokratie, die die Rechte aller achtet und Minderheiten schützt, ist dafür die beste Grundlage."

"Die Türkei ist ein Land, mit dem wir eng verbunden sind", sagte Merkel. Sie erwähnte unter anderem die Nato und die die Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben.

Den Deutschen, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, riet die Kanzlerin, alle Hinweise des Auswärtigen Amts aufmerksam zu verfolgen und sich umsichtig zu verhalten. Man stehe auch im engen Kontakt mit den deutschen Soldaten in der Türkei, um deren Sicherheit zu gewährleisten.

Video: Chronologie der Ereignisse

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lov/dpa

insgesamt 190 Beiträge
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Seite 1
Björn Borg 16.07.2016
1. Mein lieber Mann
Sie hält so oft ihre Klappe, wenn sie etwas sagen sollte - aber ausgerechnet jetzt muss sie dem einzigen Diktator in Europa den Rücken stärken. Diese Frau hat von Politik keine Ahnung und wird maßlos überschätzt.
frankn.stein 16.07.2016
2.
"Die Demokratie, die die Rechte aller achtet und Minderheiten schützt, ist dafür die beste Grundlage." Bedauerlich, dass stattdessen Erdogan gewonnen hat.
Leto13 16.07.2016
3. hm
Andere Putschversuche findet sie gar nicht so schlecht, in Libyen war Deutschland am gewaltsamen Putsch beteiligt und auch in Syrien macht Deutschland auf der Seite der Putschisten mit. In allen drei Faellen unterstuetzt Deutschland Islamisten: in Libyen gegen Ghaddafi, in Syrien gegen Assad und in der Tuerkei gegen die Kemalisten. Derweil wurde in der EU die Tsiprasregierung so weichgeputscht, dass sie sich entweder beugen oder abdanken musste.
solapgir 16.07.2016
4. Es ist eher Resignation
Gegenüber dem starken Willen des türkischen Volkes das sich vollends als souverän behauptet hat !
micromiller 16.07.2016
5. Endlich kann ich Frau Merkel einmal
zustimmen. "Deutschland steht auf der Seite der Menschen, die die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verteidigen." Das türkische Parlament ist die Vertretung der Bürger, nicht Fragmente der Armee.
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