Chronik Terroranschläge in der Türkei

REUTERS

1. Januar 2017: Bei einem Angriff auf den Nachtklub "Reina" werden mindestens 39 Menschen getötet und mindestens 65 weitere verletzt. Ein Attentäter erschießt laut offiziellen Angaben am frühen Morgen gegen 1.15 Uhr einen Polizisten und eine weitere Person vor dem Eingang des Nachtklubs, bevor er im Innern wahllos um sich schießt.

10. Dezember 2016: Zwei Explosionen erschüttern den Istanbuler Stadtteil Besiktas nach dem Ende eines Fußballspiels. Die Behörden sprechen von mindestens 38 Toten und 155 Verletzten. Die Täter sollen mindestens eine Autobombe gezündet haben.

November 2016: Bei einem Anschlag vor dem Gouverneursamt in der südtürkischen Provinzhauptstadt Adana sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und 33 verletzt worden. Eine Autobombe soll auf dem Parkplatz detoniert sein.

17./18. August 2016: Bei drei gegen die türkische Polizei und Armee gerichteten Anschlägen in den Provinzen Elazig, Van und Bitlis werden zwölf Menschen getötet. Es gibt mehr als 200 Verletzte. Ministerpräsident Binali Yildirim macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für die Autobomben vor Polizeieinrichtungen verantwortlich, zu denen sich die PKK später auch teilweise bekennt.

Juni 2016: Am internationalen Terminal des Atatürk-Flughafens in Istanbul sprengen sich drei Selbstmordattentäter in die Luft. Sie reißen 45 Menschen mit in den Tod, rund 240 Menschen werden verletzt. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verantwortlich.

Juni 2016: Ein Autobombenanschlag tötet in Istanbul zwölf Menschen, viele weitere werden verletzt. Bei den Toten handelt es sich um je sechs Polizisten und Zivilisten. Die aus der PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) bekennt sich zu der Tat.

März 2016: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul in die Luft und reißt vier Menschen mit in den Tod, 39 weitere werden verletzt. Drei der Todesopfer sind Israelis, ein weiteres Opfer ist aus dem Iran. Nach Angaben der türkischen Regierung hatte der Attentäter Verbindungen zum IS. Die Terrormiliz selbst bekannte sich nicht zu der Tat.

März 2016: Bei einem Autobombenanschlag in der Hauptstadt Ankara werden mindestens 37 Menschen getötet. Unter den Toten ist mindestens ein Selbstmordattentäter. Zu dem Anschlag bekennt sich später die TAK.

Februar 2016: Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara sterben 30 Menschen, darunter der Selbstmordattentäter. Zu dem Anschlag bekannt sich die TAK. Die türkische Regierung macht die PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den Anschlag mitverantwortlich.

Januar 2016: Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden zwölf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkischen Regierung dem IS an.

Oktober 2015: Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht den IS verantwortlich.

September 2015: Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015: Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015: Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 prokurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen den IS verantwortlich, der sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015: Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der prokurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben.

abl/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hansriedl 12.12.2016
1. Erdogan-Land
Mit MIT oder ohne ? Jetzt, ohne unabhängige Journalisten, Exekutive und Judikative, versinkt die Türkei vollends in einen False- Flag -Staat. Es ist unausweichlich.
dieter 4711 01.01.2017
2. Kein Frieden im eigenen Land
Zitat von hansriedlMit MIT oder ohne ? Jetzt, ohne unabhängige Journalisten, Exekutive und Judikative, versinkt die Türkei vollends in einen False- Flag -Staat. Es ist unausweichlich.
Erdogan hat soviel Probleme im eigenen Land, dann stellt er die Türkei noch als Friedensbringer in Syrien dar und in seinem Land gibt es keinen Frieden. Wenn erso weiter macht, dann bricht sein Land früher oder später zusammen.
dhanz 01.01.2017
3.
Zitat von dieter 4711Erdogan hat soviel Probleme im eigenen Land, dann stellt er die Türkei noch als Friedensbringer in Syrien dar und in seinem Land gibt es keinen Frieden. Wenn erso weiter macht, dann bricht sein Land früher oder später zusammen.
Wenn man innenpolitisch Probleme hat, war es früher immer ratsam, außenpolitisch einen Streit vom Zaun zu brechen. Damit scharrt man sein Volk hinter sich. Gerade in der Türkei müßte das m.E. besonders gut funktionieren.
ali_yildirim 01.01.2017
4. Kampf gegen den Terror
Wer A sagt muss auch B sagen, so word auch ein Schuh daraus. Wer den Terror bekämpfen will muss auch sich mit diesen möglichen Ziele besser schützen. Der beste Schutz ist jedoch die Unterlassung von Duldung bzw. Unterstützung von Terrororganisation. Das gilt insbesondere an die Adresse die zwischen guten und schlechten Terrororganisation versuchen zu unterscheiden. Terror ist Terror und gehört bekämpft.
klmo 01.01.2017
5.
Zitat von dieter 4711Erdogan hat soviel Probleme im eigenen Land, dann stellt er die Türkei noch als Friedensbringer in Syrien dar und in seinem Land gibt es keinen Frieden. Wenn erso weiter macht, dann bricht sein Land früher oder später zusammen.
Man muss nicht alles gleich schlecht reden. Solange der Syrienkonflikt andauert und der IS aktiv bleibt, wird es nirgends Sicherheit geben. Insofern sind die Friedensbemühungen zu begrüssen und der richtige Weg.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.