Türkei "Cumhuriyet"-Mitarbeitern drohen lange Haftstrafen

Die Pressefreiheit in der Türkei ist schon lange bedroht. Nun hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft bis zu 15 Jahre Haft für Mitarbeiter der Zeitung "Cumhuriyet" gefordert.

Chefredakteur der "Cumhuriyet" Murat Sabuncu
AFP

Chefredakteur der "Cumhuriyet" Murat Sabuncu


Im Prozess gegen die Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" hat die Staatsanwaltschaft in Istanbul für 13 Angeklagte auf Haftstrafen zwischen siebeneinhalb und 15 Jahren plädiert. Wie das Blatt berichtete, warf ein Staatsanwalt den Angeklagten bei einer Anhörung vor einem Gericht im Gefängnis von Silivri "Unterstützung einer Terrororganisation ohne Mitgliedschaft" vor.

Unter den Angeklagten sind derChefredakteur Murat Sabuncu, der Herausgeber Akin Atalay, der Enthüllungsjournalist Ahmet Sik, der Kolumnist Kadri Gürsel und der Karikaturist Musa Kart, wie "Cumhuriyet" meldete.

Wann das Urteil fällt ist noch nicht klar

International stößt der Prozess auf scharfe Kritik und gilt als Gradmesser für die Pressefreiheit in der Türkei. Seit dem versuchten Militärputsch im Juli 2016 in wurden nach Angaben von Reporter ohne Grenzen über 100 Journalisten inhaftiert und 150 Medien geschlossen. Die Türkei rangiert auf der Liste der Pressefreiheit auf Platz 155 von 180.

Seit Beginn des Prozesses wurden alle Angeklagten mit Ausnahme des Herausgebers Atalay für die Dauer des Verfahrens freigelassen. Der Staatsanwalt forderte am Freitag seinen Verbleib in Haft. Es ist noch unklar, wann in dem Prozess das Urteil fällt.

höh/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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aurichter 16.03.2018
1. Es sollte doch mal
eine Liste mit den Namen dieser Ankläger, die nach Freisler-Art Anklagen formulieren, veröffentlicht werden und die Frage gestellt werden, welches Parteibuch aus Eigennutz dort vorhanden ist? Ist doch alles nur noch eine Inszenierung von Seiten der AKP und der Entourage um Erdogan. Der Polizei- und Militärstaat hat die Menschen dort nun mittlerweile gut im Griff. Kein Aufschrei aus der Bevölkerung, zumindest in den Großstädten hätte man von der aufgeklärten Bevölkerung mehr Widerstand erwartet. Trotz aller Informationskanäle, die es im Internetzeitalter gibt, scheint die Einseitigkeit durch Staatsmedien dennoch gut zu funktionieren. Trotzdem muss man sich über die Lethargie in den gewissen Bevölkerungsschichten schon wundern.
hruprecht 16.03.2018
2. Waffen
Und wir wollen dem "lupenreinen Demokraten" (oh das war ja ein anderer Freund der Pressefreiheit) noch Waffen liefern, damit seine Leopardpanzer bei seinem Angriff- und Vernichtungskrieg im fremden Kurdistan auf syrischer Seite nicht geknackt werden. Dieses Land muß man schnellstens aus der NATO werfen, denn mit unserer Wertegemeinschaft hat es nichts zu tun. Und er EU-Beitritt muß endgültig abgesagt werden. Aber das ist Machtpolitik, damit Erdogan nicht ganz zu den Russen überläuft.
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