Türkei Behörden verweigern Generalkonsul Besuch bei Deniz Yücel

Erneute Wende im Fall Deniz Yücel: Der in der Türkei inhaftierte Journalist darf keinen Besuch von einem Vertreter des Auswärtigen Amts erhalten - zum Unverständnis der Bundesregierung.

Deniz Yücel
DPA/ privat/ Deniz Yücel

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Die türkischen Behörden haben dem Auswärtigen Amt einen erneuten Besuch bei dem Journalisten Deniz Yücel untersagt. Dem deutschen Generalkonsul sei vor Kurzem ohne Angabe von Gründen ein Besuch bei dem "Welt"-Korrespondenten nicht gestattet worden, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer.

"Wir verstehen nicht, warum es nicht möglich sein kann, dass unser Generalkonsul Herrn Yücel und die anderen deutschen Gefangenen in der Türkei regelmäßig besucht", sagte Schäfer. Die konsularische Betreuung sei klar geregelt. Man könne daher eine Klage erwägen. Bis es zu einem Urteil darüber käme, würden allerdings Jahre vergehen.

Yücel sitzt seit Februar in Haft. Der deutsch-türkische Journalist hatte sich damals freiwillig der Polizei in Istanbul gestellt. Ihm werden "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" vorgeworfen. Sein Fall sowie die Inhaftierung anderer deutscher Staatsbürger belasten das deutsch-türkische Verhältnis schwer. Deutschland wirft der Türkei vor, diese Bürger aus politischen Gründen festzuhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz fordern inzwischen den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land. Sie haben dafür in der EU jedoch keine Mehrheit. Der französische Präsident Emmanuel Macron etwa sprach sich zuletzt gegen einen Abbruch aus, genauso wie Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras. (Hier lesen Sie einen Kommentar zu dem Thema)

aev/AFP/Reuters

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