Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Diyarbakir: Drei deutsche Journalisten in der Türkei festgenommen

Um über kurdische Proteste zu berichten, waren drei deutsche Fotojournalisten im südostanatolischen Diyarbakir unterwegs. Dort sollen sie Samstagabend festgenommen worden sein, wie auch zwei Kollegen anderer Nationalität.

Drei deutsche Journalisten sollen sich derzeit in einer Gefangenenzelle einer Polizeistation in der südostanatolischen Stadt Diyarbakir befinden. Zu ihnen soll der freiberufliche Fotojournalist Björn Kietzmann gehören, ebenso seine Kollegen Ruben Martin Neugebauer und Christian Grodotzki, die ebenfalls als Fotografen tätig sind. Neben den drei deutschen Berichterstattern sollen auch zwei Journalisten anderer Nationalität festgenommen worden sein.

Von Kietzmanns Twitter-Profil aus wurde am Samstagabend die Nachricht versendet, dass er zusammen mit zwei weiteren deutschen Journalisten festgenommen worden sei, "weil wir über kurdische Proteste berichten wollten". Seitdem wurde von seinem Account kein neuer Tweet mehr abgesetzt.

"Ich hatte gestern Abend um kurz vor 23 Uhr zum letzten Mal per Facebook Kontakt mit den Betroffenen", sagt Benjamin Hiller, ein Berliner Fotograf, der als Ansprechpartner einer Unterstützergruppe für die Festgenommenen auftritt. "Danach waren sie per Telefon nicht mehr erreichbar." Die Fotojournalisten haben Hiller zufolge Menschen vor einem Einkaufszentrum interviewt, dabei seien sie festgenommen worden.

Den Journalisten soll die Abschiebung drohen

Nach Angaben der Unterstützergruppe wirft die türkische Polizei den dreien vor, "Spione" zu sein. Hiller sagt, er habe von Anwälten aus der Türkei erfahren, dass die Journalisten am Montagvormittag vor Gericht gestellt werden sollen. Dabei drohne ihnen die Abschiebung.

Die deutsche Botschaft, das Außenministerium und Reporter ohne Grenzen sind laut der Unterstützergruppe bereits informiert. Das Auswärtige Amt teilt auf SPIEGEL-ONLINE-Anfrage mit: "Die deutsche Botschaft in Ankara ist eingeschaltet und steht sowohl mit den deutschen Staatsangehörigen als auch den zuständigen Behörden in Kontakt. Die Botschaft bemüht sich um rasche Aufklärung."

mbö

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Kämpfe in der Grenzstadt: Kurden zittern um Kobane

Fotostrecke
Kobane: Erbitterter Kampf um die Grenzstadt
Fotostrecke
Kurdenproteste in Düsseldorf: Fahnen schwenken für Kobane


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: