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Erdogan zu Su-24-Abschuss: "Wir wünschten, es wäre nicht passiert"

Türkischer Präsident Erdogan (am Donnerstag): Will keine Eskalation Zur Großansicht
AP/dpa

Türkischer Präsident Erdogan (am Donnerstag): Will keine Eskalation

Der türkische Präsident hat den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs zum ersten Mal bedauert. Recep Tayyip Erdogan sagte laut Nachrichtenagentur AP, die Türkei sei "aufrichtig betrübt". Zugleich verteidigte er den Abschuss.

Bislang hatte Recep Tayyip Erdogan den Abschuss eines russischen Su-24-Bombers durch die türkische Luftwaffe als eine Art Versehen dargestellt. Nun hat der türkische Präsident der Nachrichtenagentur AP zufolge zum ersten Mal Worte des Bedauerns gefunden.

Bei einem Auftritt vor Anhängern in der westtürkischen Stadt Balikesir warnte Erdogan zudem davor, den Konflikt über den Abschuss eskalieren zu lassen.

"Wir sind aufrichtig betrübt über diesen Vorfall", sagte Erdogan laut AP wörtlich. "Wir wünschten, es wäre nie passiert, aber leider ist es passiert. Ich hoffe, so etwas geschieht nicht wieder."

Allerdings vermied Erdogan es demnach, sich förmlich für den Abschuss zu entschuldigen. Eine solche Entschuldigung von "höchster militärpolitischer Stelle" fordert Russlands Präsident Wladimir Putin von der Türkei, zudem Schadensersatz und die Bestrafung der "Verbrecher". Erdogan hatte hingegen eine solche Entschuldung abgelehnt und Russland die Schuld zugewiesen. Nicht die Türkei müsse sich entschuldigen, sondern "die, die unseren Luftraum verletzt haben" - also Russland.

Mehrere Vorschläge Erdogans, die Situation bei einem persönlichen Treffen zu klären, hatte Russland deshalb zurückgewiesen. In der kommenden Woche treffen beide Staatschefs anlässlich der Weltklimakonferenz in Paris aufeinander.

Erdogan verteidigt Abschuss erneut

Beim Auftritt in Balikesir am Samstag wiederholte Erdogan seinen Vorschlag für ein Treffen mit Putin. Die Konferenz in Paris sei eine Möglichkeit, die Spannungen beizulegen. Auch der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu sagte, er hoffe auf ein Treffen zwischen Putin und Erdogan in Paris. In einer solchen Situation sei es wichtig, Kommunikationskanäle offen zu halten.

Trotz der Worte des Bedauerns verteidigte Erdogan auch bei der Veranstaltung am Samstag weiterhin vehement den Abschuss des russischen Flugzeugs - und kritisierte Russland für die Kampfeinsätze in Syrien. Wenn die Türkei zuließe, dass seine Hoheitsrechte verletzt würden, "dann würde das Territorium nicht mehr unser Territorium sein", sagte Erdogan. Nach Angaben der türkischen Armee war die russische Maschine trotz wiederholter Warnungen in den türkischen Luftraum eingedrungen.

Putin hatte den Abschuss als "heimtückischen Stoß in den Rücken" bezeichnet. Russland hat inzwischen mit verschiedenen Maßnahmen reagiert, etwa mit Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei. So erließ die Regierung unter anderem Beschränkungen für Urlaubsreisen in die Türkei, verschärfte Kontrollen für Lebensmittelimporte und drohte mit Konsequenzen für milliardenschwere Energieprojekte.

Im Video: Türkei veröffentlicht Funkspruch zu Kampfjet-Abschuss

fdi/AP

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