Treffen in Ankara Putin umwirbt Erdogan

Recep Tayyip Erdogan rollte den blauen Teppich aus: Der türkische Präsident hat seinen russischen Amtskollegen Putin in Ankara empfangen. Beide Länder wollen ihre Handelsbeziehungen ausweiten - die Nato warnt ihren Bündnispartner.

AFP

Ankara - Vor seinem neuen Palast in Ankara hat Recep Tayyip Erdogan einen blauen Teppich ausrollen und die Ehrengarde aufmarschieren lassen: Der türkische Staatspräsident hat am Montag seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin empfangen. Bei dem Treffen wollten die Politiker nach Angaben des Kreml unter anderem über russische Gaslieferungen an die Türkei sprechen.

Vor seinem Besuch hatte Putin in türkischen Medien angekündigt, er wolle angesichts der Sanktionen des Westens das Handelsvolumen mit der Türkei bis auf 100 Milliarden Dollar im Jahr verdreifachen. 2013 belief sich der beiderseitige Außenhandel auf umgerechnet rund 26 Milliarden Euro, angestrebt werde eine Größenordnung von mehr als 80 Milliarden Euro. Russland baut den ersten Atomreaktor der Türkei in Akkuyu. Nach russischen Angaben ist die Türkei der größte Abnehmer von russischem Erdgas - nach Deutschland.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg appellierte an den Bündnispartner Türkei, die internationalen Sanktionen gegen Russland nicht zu unterlaufen. "Ich glaube, dass es Folgen haben muss, wenn ein Land für diese Art von aggressiven Handlungen verantwortlich ist, wie wir sie in der Ukraine durch Russland gesehen haben", sagte Stoltenberg in Brüssel.

Putin ist nach Papst Franziskus der zweite prominente Gast, den Erdogan in seinem Palast "Ak Saray" empfing. Die Opposition wirft Erdogan wegen des Prachtbaus Verschwendung vor, die Kosten für die Errichtung beliefen sich auf rund 500 Millionen Euro.

vek/dpa/AFP

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insgesamt 73 Beiträge
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logabjörk 01.12.2014
1. Bündnispartner
aufm Papier.
tinosaurus 01.12.2014
2. Die beiden
passen doch gut zusammen. Beide residieren in Prunkbauten und dulden keine Kritik. Was nicht passt, ist Putins Freundschaft zu Assad. Aber vielleicht lassen sich solch kleine Unstimmigkeiten irgendwie beseitigen. Ich verstehe Merkel und die deutsche Regierung nicht, dass die Abwhrraketen nicht schon längst abgezogen worden sind.
warndtbewohner 01.12.2014
3. Frage??
Ausbau der Handelsbeziehungen. Was könnte die Türkei Russland anbieten, was diese nicht schon selbst produzieren bzw. anbauen? Danke MfG
zeroto9 01.12.2014
4. Die Brüder im Geiste
nebeneinander zu sehen ist für mich schwer erträglich.
henkeltopf 01.12.2014
5.
Hier haben sich m.M. die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden getroffen. Zwei Autokraten, die derzeit total abdrehen und kein Maß mehr kennen. Der eine belügt die Welt, er würde die Separatisten nicht dabei unterstützen die Ukraine zu zerfleddern. Der andere belügt die Welt, in dem er behauptet, er würde ISIS nicht dabei unterstützen, den Irak zu zerfleddern. Beide gehen über Leichen, beide sind nicht an einem humanen, friedlichen Miteinander interessiert.
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