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Türkei: Erdogan hält Syrien-Gespräche wegen russischer Angriffe für zwecklos

Präsident Erdogan: "Leichter für den Tyrannen" Zur Großansicht
REUTERS

Präsident Erdogan: "Leichter für den Tyrannen"

Die Syrien-Gespräche sind für drei Wochen ausgesetzt. Der türkische Präsident Erdogan findet: Sie haben derzeit eh keinen Sinn. Den Schuldigen hat er schon ausgemacht.

Eigentlich soll in Genf der Grundstein für das Ende des syrischen Bürgerkriegs gelegt werden. Doch jetzt sind die Gespräche unter Vermittlung der Vereinten Nationen vertagt - und die Beteiligten schieben sich gegenseitig die Schuld an der Unterbrechung zu. Für einen hat das Treffen nach jetzigem Stand ohnehin keine Aussicht auf Erfolg: Recep Tayyip Erdogan.

"Russland tötet weiter Menschen in Syrien", sagte der türkische Präsident bei einem Besuch in Peru. Die Friedensgespräche hätten deshalb derzeit keinen Sinn, sie würden die Sache nur leichter für den "Tyrannen" machen. Gemeint war der syrische Diktator Baschar al-Assad, an dessen Seite Russland kämpft.

Die Verhandlungen waren am Mittwoch bis zum 25. Februar aufgeschoben worden. Zuvor hatte die Uno tagelang versucht, in getrennten Treffen mit Vertretern der syrischen Regierung und der Opposition die indirekten Verhandlungen zum Laufen zu bringen. Seit Beginn der Gespräche am Freitag hatte es jedoch keine greifbaren Fortschritte gegeben.

Mehrstufiger Zeitplan

Im syrischen Bürgerkrieg sind seit März 2011 rund 260.000 Menschen getötet worden. Grundlage der Genfer Gespräche ist die Resolution 2254 des Uno-Sicherheitsrats vom 18. Dezember. Diese sieht einen mehrstufigen Zeitplan zur Beendigung des Konflikts vor, an dessen Ende eine Übergangsregierung stehen soll.

Bereits die USA hatten Russland eine Mitschuld an der dreiwöchigen Unterbrechung gegeben. Der US-Außenamtssprecher John Kirby warf Moskau vor, die Friedensbemühungen mit seinen Luftangriffen in und um die nordsyrische Stadt Aleppo behindert zu haben.

Seit September fliegt Russland Angriffe in Syrien. Moskau sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, mit den Bombardements die syrische Opposition und nicht - wie angekündigt - die Terrormiliz "Islamischer Staat" treffen zu wollen.

kev/Reuters

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Bevölkerung: 77,696 Mio.

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Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Binali Yildirim

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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Wail al-Halki; Imad Khamis (designiert)

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