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Präsidentenwahl in der Türkei: Erdogan triumphiert

Urnengang: Präsidentenwahl in der Türkei Fotos
DPA

Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidentenwahl in der Türkei gewonnen: Der 60-jährige Regierungschef erreichte bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit.

Istanbul - Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidentschaftwahl in der Türkei bereits im ersten Wahlgang gewonnen. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen liegt der Vorsitzende der islamisch-konservativen AKP bei 52,2 Prozent. Das berichten türkische TV-Sender. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erklärte AKP-Vize Mustafa Sentop den 60-Jährigen zum Sieger. Das gleiche tat Justizminister Bekir Bozda auf seinem Twitter-Account.

Die Nation habe ihren Willen gezeigte, teilte Erdogan mit. Er werde sich später äußern, wenn alle Stimmen ausgezählt seien.

Zum ersten Mal ist der türkische Staatspräsident direkt vom Volk gewählt worden. Erdogan bezeichnete dies beim Einwurf seines Stimmzettels im Istanbuler Viertel Uskudar als "sehr, sehr wichtiges Ereignis in der politischen Geschichte der Türkei". Begleitet wurde er von seiner Frau Emine und seinen vier Kindern.

Erdogan strebt zwei Amtszeiten von je fünf Jahren an. Nach seinem Willen soll das Staatsoberhaupt, das bisher eher repräsentative Aufgaben hatte, mit neuen Befugnissen ausgestattet werden.

In der Türkei waren etwa 53 Millionen Menschen wahlberechtigt. Hinzu kamen 2,8 Millionen wahlberechtigte Türken im Ausland, von denen aber nur 8,3 Prozent ihre Stimme abgaben.

Umfragen hatten den Wahlsieg Erdogans bereits angedeutet: Trotz des gewaltsamen Vorgehens des Staats gegen Demonstranten im vergangenen Sommer und trotz einer Korruptionsaffäre feiert ihn die Mehrheit der Türken für seine Erfolge, etwa für den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes und den Ausbau der Infrastruktur.

Erdogans Konkurrent Ekmeleddin Ihsanoglu, gemeinsamer Kandidat der größten Oppositionspartei CHP und der nationalistischen MHP, sprach von ungerechten Bedingungen. Der Wahlkampf sei unter "ungleichen Voraussetzungen" geführt worden, sagte er laut der Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Opposition hatte Erdogan vorgeworfen, staatliche Ressourcen im Wahlkampf zu nutzen. Der staatliche Sender TRT räumte Erdogan laut einer Datenerhebung vom 4. bis 6. Juli weitaus mehr Sendezeit ein als seinen Konkurrenten Ihsanoglu und Selahattin Demirtas, dem Kandidaten der linken kurdischen HDP.

hut/dpa/AFP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 75 Beiträge
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1. Für mich völlig unverständlich
Teddi 10.08.2014
mit dieser Einstellung von pompöser Selbstherrlichkeit und schleichender Frauendiskrininierung die die Politik Erdogans darstellt. Aber ich wette, weibliche Wähler sind nicht in der Überzahl in der Türkei und viele von ihnen sind ja auch mehr oder weniger gezwungen, den Wünschen ihrer Ehemänner Folge zu leisten. Aber jeder muss seine Suppe ja selber auslöffeln, so wie er sie sich gekocht hat. Ich beobachte weiterhin gespannt und mit etwas Sorge die politischen Weiterentwicklungen in der Türkei.
2. Mit Volldampf in die Diktatur
xerkses 10.08.2014
Erdogan ist eine Gefahr für demokratische Verhältnisse und stellt die Säkularität nicht her, sondern baut einen Gottesstaat auf. Eine Schande für das Erbe Atatürks!
3. Wenn das keine Eilmeldung...
verdi49 10.08.2014
Zitat von sysopDPAEin eindeutiger Sieg für Recep Tayyip Erdogan zeichnet sich ab: Der 60-jährige kommt bei der Präsidentenwahl in der Türkei nach einer Auszählung von mehr als 40 Prozent der Stimmen auf die absolute Mehrheit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-erdogan-steht-vor-sieg-bei-praesidentenwahl-a-985388.html
wert ist! 8,5% der hier lebenden Türken sind zur Wahl gegangen! Ein Armutszeugnis oder ein eindeutiger Beweis, dass den Türken die Politik aus der Heimat egal ist und sie sich nur noch für die Politik hier in Deutschland interessieren? So wurde uns das inzwischen von den Medien untergejubelt!
4. Super
Streitaxt 10.08.2014
Herzlichen Glückwunsch Türkei. Jetzt dauert es noch etwas länger, bis aus der Türkei ein moderner freiheitlicher Staat wird. Verabschiedet Euch shcon einmal von Twitter und dem anderen westlichen Gedöns.
5. Auch ...
herrwestphal 10.08.2014
... die Türken wollen es nicht anders haben. Überraschend? Nein! Schlechte Nachricht für progressive Kräfte innerhalb der Türkei. Die in Deutschland lebenden Türken hat es wohl eh nicht interessiert. http://www1.wdr.de/radio/nachrichten/1live/radiohomepage170634.html
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