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Türkei: Erdogan wird als AKP-Parteichef bestätigt

Mit viel Pomp und Prominenz wurde der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als Vorsitzender der Regierungspartei AKP wiedergewählt. Der 58-Jährige will das Land international und wirtschaftlich erfolgreich machen - und sich selbst offenbar als nächsten Staatspräsidenten in Stellung bringen.

Türkischer Premier Tayyip Erdogan mit Ehefrau Emine: Große Show mit viel Prominenz Zur Großansicht
AFP

Türkischer Premier Tayyip Erdogan mit Ehefrau Emine: Große Show mit viel Prominenz

Ankara - Sogar Alt-Kanzler Gerhard Schröder war eingeladen: Auf ihrem aufwendig gestalteten Parteitag hat die türkische Regierungspartei AKP Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für weitere drei Jahre als ihren Parteichef bestätigt. Der 58-Jährige sei in Ankara mit großer Mehrheit erneut in das Amt gewählt worden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Erdogan hatte seine Partei zuvor auf den Machterhalt durch wirtschaftlichen Erfolg eingeschworen. Die AKP habe dem Land wirtschaftliche Stabilität und Demokratie in ihrer fortschrittlichsten Form gebracht. Sein Land beschrieb er als Modell für andere Staaten in der Region.

Der Regierungschef kündigte außerdem neue Bemühungen zur Beilegung des Kurdenkonflikts an. Vor Tausenden Anhängern und Delegierten forderte er die kurdische Volksgruppe aber auf, sich von der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Terroranschlägen zu distanzieren. "Lasst uns ein sauberes Blatt aufschlagen und es mit unseren kurdischen Brüdern ausfüllen", sagte Erdogan. Statt Gewalt solle es Frieden und Brüderlichkeit geben.

Erdogan sagte, die Türkei werde im kommenden Jahr mit 1,3 Milliarden US-Dollar den letzten Teil ihrer Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) abtragen.

Hamas-Führer und Gerhard Schröder standen auf der Gästeliste

Es ist Erdogans letzter Parteitag, da Mitglieder nach den Richtlinien der AKP ein Amt jeweils nur drei Mal hintereinander besetzen dürfen. Es wird aber erwartet, dass sich Erdogan 2014 um die Präsidentschaft bewirbt. Zu dem Parteitag hat die Partei zahlreiche aktive und frühere Politiker eingeladen, darunter den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, den Hamas-Führer Chaled Meschal, den irakischen Kurdenführer Massud Barsani und den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die religiös geprägte AKP hat in der Türkei seit ihrer Gründung 2001 mehrere Parlamentswahlen mit großen Mehrheiten gewonnen. Im politischen Ringen mit dem weltlich-laizistischen Lager hat sie bisher die Oberhand behalten. Wegen ihrer Herkunft aus dem politischen Islam werden ihre Reformen von der kemalistischen Elite, die sich auf den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürkberuft, mit Argwohn verfolgt.

lgr/dpa/dapd

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1.
Onkel_Karl 30.09.2012
Zitat von sysopAFPMit viel Pomp und Prominenz wurde der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als Vorsitzender der Regierungspartei AKP wiedergewählt. Der 58-Jährige will das Land international und wirtschaftlich erfolgreich machen - und sich selbst offenbar als nächsten Staatspräsidenten in Stellung bringen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-erdogan-wird-erneut-zum-akp-vorsitzenden-gewaehlt-a-858838.html
Da gibt es auch viel zu feiern,hunderte Militärs für jahrzehnte eingesperrt,kritische Journalisten verhaftet....
2. ...wo sind sie, die Kritiker von Gestern...
lobbyforlife 30.09.2012
...ich kann mich noch gut daran erinnern, was für eine Hyterie in Europa ausgebrochen war, als die "AKP" Regierungspartei wurde und mit Erdogan und Gül, eine neue Ära der türkischen Politik begonnen hatte... Insbesondere der Spiegel, die Welt online (, die anscheinend diametral von der Printausgabe abweicht) und andere Medienblätter, sahen schon den neuen "Gottesstaat" in der Gründung. Resümieren wir, was passiert ist - Noch nie wurde mit soviel NAchdruck, ein Demokratieprozess, wie in den letzten 10 Jahren vorangetrieben (siehe EU-harmonisierung - Gesetzesänderungen / Günter Verheugen / Olli Rehn usw.). Die wirtschaftliche Situation - die seit Gründung der jungen Türkei - noch nie so "substanziell und vielschichtig" auf- und ausgebaut worden ist. Was ich allerdings am erschreckensten empfand und nach wie vor empfinde ist, die Arroganz und Ignoranz, einer sich selbst "elitäre Eigenschaften, Merkmale und PRivilegien" einbildenden Gruppe/Gemeisnchaft von Menschen, die immernoch nicht verstanden haben, dass der innertürkische kulturelle KOnflikt - nur auf die jetzige Art und Weise befriedet werden kann. Es war und ist die Masse von mehr als 85% der Bevölkerung, die religiös (sunitische Moslems) ist (ich rede von moderat religiös - um alle Muslmphoben Wind aus den gerade hissenden Segeln zu nehmen), die seit den JAhrzehnten systematisch unterdrückt und entmündigt worden sind. Das Gelchgewicht, wird gerade erst geschaffen. Was ich schade fand und finde ist die Tatsache, dass kaum einem Regierungschef, kaum einer Regierungspartei, von Anfang an so wenig vertrauen und Hoffnung geschenkt worden ist, wie dieser. Keine Frage, einges lief und läuft "schief" unter Erdogan, aber im Verhältnis, und nur so lässt nun ein Mal Politik nur "beurteilen", sind die positiven Ergebnisse der Regierungspartei um ein vielfaches "gewichtiger" für die Türkei. Dies muss der Westen nun ein Mal akzeptieren. In Bezug auf Zypern ist es ein Farce, was sich in den europäischen MEdien und in der europäischen Politi abspielt - ich erinnere nur an den Kofi-Anan Plan - der türksiche Teil hatte es abgesegnet - aber der grieschiche Teil nicht - und nun soll die Tprkei die Häfen öffnen - und umgekehrt (also für den türksichen Teil zyperns gilt es nicht) ? Also bitte- mehr Objektivität. Früher - habe ich mit der Türkei nichts anfangen können - weit weg - zurückgeblieben - und in jeder Hinsicht ein "Entwicklungsland". Seit dem nun, Ende der enunziger Jahre - Anfang der Nuller - aus dieversen Gründen, die Türkei Objekt - verschieden lagiger Interessen und Strategien, geopolitisch gesehen - geworden ist - erfreut es mich umso mehr, dass auch die kranke Mann am Bosporus - wieder genesen ist und an Stärke gewinnt - ob man es mag oder nicht - und hier rede ich nicht von dem sog. "neo-Osmanismus", der wenn überhaupt nur eine geographische interessensgemeinsacft zum ausdruck bringen kann (mehr nicht), die Türkei wird in den kommenden JAhrzehnten wieder mehr und mehr an Gewicht gewinnen. Wir sollten uns darauf einstellen - auch wenn insbesondere "Muttis - Lieblinge" (bzw. Scheinlieblinge) wie unser Philip - ich meine den Miß- oder Miesfelder, dass nicht gern hören möchten... wWie auhc immer - das wollte ich gerade mal loswerden...
3. Veni, vidi, vici
fuzuli 01.10.2012
Was kann über diesen AKP Partei-Tag geschrieben werden? "Erdogan kam, sah und siegte". Ein Kandidat ohne Gegenkandidat, der bestimmte wer die neue Parteiführung ist und die Delegierten nickten zu. Eine Partei ohne parteiinterne Opposition. Er sagte "A" gab Applaus, er sagte "B" gab Applaus und es ging so bis "Z". Eine 2,5 stündige Rede in der nicht gesagt wurde, aber Applaus gab unendlich. Eine Parteitag ohne eine eingeladene/anwesende europäische Spitzenpolitiker, eine Rede in der das Wort "EU" nicht ein einziges mal vorgekommen ist, außer nur eine gehärtete Ermahnung direkt an Deutschland und Frankreich wegen Islamophobie. Eine Parteitag mit hochrangigen Gästen aus Asien, Afrika und islamischen Ländern, aber kein Europäer wenn man Herrn Schröder nicht zählt. Fazit: Für Erdogan und seine "fortschrittliche Demokratie" ein "Veni, vidi, vici" über AKP, Türkei und EU. Offen geblieben: Platz 148 für die Türkei bei Meinung- und Pressefreiheit in der Weltrangliste. (Vor AKP und seine "fortschrittliche Demokratie" hatte man Platz 86).
4.
dilinger 01.10.2012
Zitat von lobbyforlife...ich kann mich noch gut daran erinnern, was für eine Hyterie in Europa ausgebrochen war, als die "AKP" Regierungspartei wurde und mit Erdogan und Gül, eine neue Ära der türkischen Politik begonnen hatte... Insbesondere der Spiegel, die Welt online (, die anscheinend diametral von der Printausgabe abweicht) und andere Medienblätter, sahen schon den neuen "Gottesstaat" in der Gründung. Resümieren wir, was passiert ist - Noch nie wurde mit soviel NAchdruck, ein Demokratieprozess, wie in den letzten 10 Jahren vorangetrieben (siehe EU-harmonisierung - Gesetzesänderungen / Günter Verheugen / Olli Rehn usw.). Die wirtschaftliche Situation - die seit Gründung der jungen Türkei - noch nie so "substanziell und vielschichtig" auf- und ausgebaut worden ist. Was ich allerdings am erschreckensten empfand und nach wie vor empfinde ist, die Arroganz und Ignoranz, einer sich selbst "elitäre Eigenschaften, Merkmale und PRivilegien" einbildenden Gruppe/Gemeisnchaft von Menschen, die immernoch nicht verstanden haben, dass der innertürkische kulturelle KOnflikt - nur auf die jetzige Art und Weise befriedet werden kann. Es war und ist die Masse von mehr als 85% der Bevölkerung, die religiös (sunitische Moslems) ist (ich rede von moderat religiös - um alle Muslmphoben Wind aus den gerade hissenden Segeln zu nehmen), die seit den JAhrzehnten systematisch unterdrückt und entmündigt worden sind. Das Gelchgewicht, wird gerade erst geschaffen. Was ich schade fand und finde ist die Tatsache, dass kaum einem Regierungschef, kaum einer Regierungspartei, von Anfang an so wenig vertrauen und Hoffnung geschenkt worden ist, wie dieser. Keine Frage, einges lief und läuft "schief" unter Erdogan, aber im Verhältnis, und nur so lässt nun ein Mal Politik nur "beurteilen", sind die positiven Ergebnisse der Regierungspartei um ein vielfaches "gewichtiger" für die Türkei. Dies muss der Westen nun ein Mal akzeptieren. In Bezug auf Zypern ist es ein Farce, was sich in den europäischen MEdien und in der europäischen Politi abspielt - ich erinnere nur an den Kofi-Anan Plan - der türksiche Teil hatte es abgesegnet - aber der grieschiche Teil nicht - und nun soll die Tprkei die Häfen öffnen - und umgekehrt (also für den türksichen Teil zyperns gilt es nicht) ? Also bitte- mehr Objektivität. Früher - habe ich mit der Türkei nichts anfangen können - weit weg - zurückgeblieben - und in jeder Hinsicht ein "Entwicklungsland". Seit dem nun, Ende der enunziger Jahre - Anfang der Nuller - aus dieversen Gründen, die Türkei Objekt - verschieden lagiger Interessen und Strategien, geopolitisch gesehen - geworden ist - erfreut es mich umso mehr, dass auch die kranke Mann am Bosporus - wieder genesen ist und an Stärke gewinnt - ob man es mag oder nicht - und hier rede ich nicht von dem sog. "neo-Osmanismus", der wenn überhaupt nur eine geographische interessensgemeinsacft zum ausdruck bringen kann (mehr nicht), die Türkei wird in den kommenden JAhrzehnten wieder mehr und mehr an Gewicht gewinnen. Wir sollten uns darauf einstellen - auch wenn insbesondere "Muttis - Lieblinge" (bzw. Scheinlieblinge) wie unser Philip - ich meine den Miß- oder Miesfelder, dass nicht gern hören möchten... wWie auhc immer - das wollte ich gerade mal loswerden...
In der Türkei findet findet keine Demokratisierung statt, sondern eine bisher schleichende, mittlerweile aber in atemberaubender Geschwindigkeit durchgeführte Islamisierung. "Auch nach der Freilassung prominenter Reporter sind noch über hundert Journalisten in Haft, mehr als in China oder Iran. Regierungskritiker geraten schnell unter Terrorismusverdacht. " DER SPIEGEL*12/2012 - Von Sultans Gnaden (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84430215.html) Und das in einem Land, das als EU-Anwärter gilt.
5. Wirtschaft
darthmax 01.10.2012
Die Inflationsrate liegt zwischen 8 und 12 %, ein Umstand, der die ´´Armen´´ nicht gerade bevorzugt. Die Rückentwicklung zum ´´Kirchenstaat´´ist schon an seiner Frau sichtbar. Der Genozid an den Armeniern und anderen Volksgruppen wird weiter geleugnet. Irgendwann wird er fordern dass Neukölln und Marxloh Teile des türkischen Staatsgebiet werden, wenn ihm nicht der Beitritt zur EU offeriert wird. Im Ernst, welche >Probleme hat der Mann gelöst ?
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Fläche: 783.562 km²

Bevölkerung: 77,696 Mio.

Hauptstadt: Ankara

Staatsoberhaupt:
Recep Tayyip Erdogan

Regierungschef: Binali Yildirim

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