Osten der Türkei Anschlag erschüttert Parteibüro der AKP

In der Osttürkei hat es einen schweren Anschlag nahe eines Parteibüros der regierenden AKP gegeben. 27 Menschen wurden verletzt, als eine Autobombe an einem Kontrollposten vor dem Gebäude explodierte.

Anschlagsort in Van
AP/ IHA

Anschlagsort in Van


Bei einem Bombenanschlag in der osttürkischen Stadt Van sind mindestens 19 Menschen verletzt worden. Der Provinzgouverneur von Van sagte, es haben sich bei dem Sprengsatz um eine Autobombe gehandelt.

Das Fahrzeug sei an einem Kontrollpunkt vor dem Provinzbüro der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP detoniert, berichtete der Sender CNN Türk unter Berufung auf die Polizeidirektion. Das AKP-Gebäude wurde stark beschädigt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Ein AKP-Sprecher sagte CNN Türk, es habe sogar 27 Verletzte gegeben.

In der Türkei haben am Montag mehrtägige Feiertage zum Opferfest begonnen. AKP-Politiker versammeln sich jedoch erst am Dienstag zu Feiertagsfeierlichkeiten in ihrer Provinzzentrale, wie ein Parteimitglied dem Sender berichtete.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. In der Region ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK aktiv, die immer wieder Attentate vor allem auf Sicherheitskräfte verübt. Die türkische Armee geht in einer Offensive gegen die PKK vor. Ein mehr als zwei Jahre anhaltender Waffenstillstand war im Sommer vergangenen Jahres gescheitert.

Die türkische Regierung hatte am Sonntag zahlreiche pro-kurdische Gebietsverwaltungen im Südosten unter Zwangsverwaltung gestellt und die gewählten Gemeindevorsitzenden durch regierungsnahe Verwalter ersetzt. Von der Maßnahme sind auch vier Bezirke in der Provinz Van betroffen. Unklar war zunächst, ob der mutmaßliche Anschlag im Zusammenhang mit der Maßnahme der Regierung steht.

cht/Reuters/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.