Ankara - Die Explosion vor der US-Vertretung in Ankara muss gewaltig gewesen sein: Es soll mindestens zwei Tote gegeben haben, mehrere Menschen wurden nach Angaben von türkischen Fernsehsendern verletzt. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sprach von einem Selbstmordanschlag.
Zuvor hatte der Gouverneur von Ankara, Alaaddin Yuksel, bereits von einem Selbstmordattentäter gesprochen, der nach ersten Ermittlungen eine Bombe gezündet habe. Bei einem der Toten handelt es sich Berichten zufolge um einen Sicherheitsmann, der eine Sicherheitsschleuse bediente. Nach Angaben des US-Botschafters wurde ein türkischer Mitarbeiter getötet.
Die Polizei hat das Gebiet abgeriegelt, über der Vertretung kreist ein Hubschrauber. Mittlerweile sind der Bürgermeister von Ankara sowie der Polizeichef vor Ort, um den Einsatz zu koordinieren. Die amerikanische Vertretung ist zentral gelegen, mitten im Botschaftsviertel Ankaras. Die Vertretungen der Bundesrepublik und Italiens sind nicht weit entfernt.
Angst vor einem zweiten Anschlag
Die Spurensicherung hat bereits die Arbeit aufgenommen. Männer in Schutzanzügen untersuchen die Explosionsstelle. Zahlreiche Polizei-Beamte in kugelsicheren Westen haben sich unter die Gruppe vor dem Eingang gemischt.
Wie die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtet, soll das massive Polizeiaufgebot auch das Risiko eines möglichen zweiten Anschlags reduzieren. Mittlerweile ist auch eine Sondereinheit mit Sprengstoffspezialisten vor Ort. Das komplette Botschaftspersonal wurde laut der Zeitung in Sicherheitsräumen untergebracht.
Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des Nato-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien im Land stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben.
Die schwersten Bombenanschläge hatte die Türkei im November 2003 erlebt. Damals explodierten Autobomben vor zwei Synagogen, 30 Menschen wurden getötet, 146 verletzt. Die Behörden sagten später, die Attacke habe die Handschrift von al-Qaida getragen. Eine Woche später gab es zwei weitere Explosionen: Das Hauptgebäude der HSBC Bank wurde zerstört und das britische Konsulat beschädigt. 32 Menschen kamen ums Leben.
flo/jok/heb/Reuters/AFP/dpa
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