Türkei: Anschlag auf US-Botschaft in Ankara - Tote und Verletzte

Vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara hat sich eine Explosion ereignet. Es soll mindestens zwei Tote gegeben haben, mehrere Menschen wurden verletzt. Premier Erdogan spricht von einem Selbstmordattentat.

Ankara - Die Explosion vor der US-Vertretung in Ankara muss gewaltig gewesen sein: Es soll mindestens zwei Tote gegeben haben, mehrere Menschen wurden nach Angaben von türkischen Fernsehsendern verletzt. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sprach von einem Selbstmordanschlag.

Zuvor hatte der Gouverneur von Ankara, Alaaddin Yuksel, bereits von einem Selbstmordattentäter gesprochen, der nach ersten Ermittlungen eine Bombe gezündet habe. Bei einem der Toten handelt es sich Berichten zufolge um einen Sicherheitsmann, der eine Sicherheitsschleuse bediente. Nach Angaben des US-Botschafters wurde ein türkischer Mitarbeiter getötet.

Die Polizei hat das Gebiet abgeriegelt, über der Vertretung kreist ein Hubschrauber. Mittlerweile sind der Bürgermeister von Ankara sowie der Polizeichef vor Ort, um den Einsatz zu koordinieren. Die amerikanische Vertretung ist zentral gelegen, mitten im Botschaftsviertel Ankaras. Die Vertretungen der Bundesrepublik und Italiens sind nicht weit entfernt.

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Ankara: Bombenalarm im Botschaftsviertel
Der türkische TV-Sender TRT zeigte erste Bilder von der Explosionsstelle. Zu sehen sind zahlreiche Rettungskräfte vor der Botschaft, Feuerwehrmänner und Sanitäter laufen in das Gebäude. Nach Angaben von CNNTürk handelt es sich bei dem Ort der Explosion um einen Seiteneingang der Botschaft. Dieser wird demnach vor allem vom Personal benutzt. Auf der Straße vor der Botschaft liegen zahlreiche Trümmerteile, mehrere Krankenwagen parken ebenfalls vor dem Gebäude.

Angst vor einem zweiten Anschlag

Die Spurensicherung hat bereits die Arbeit aufgenommen. Männer in Schutzanzügen untersuchen die Explosionsstelle. Zahlreiche Polizei-Beamte in kugelsicheren Westen haben sich unter die Gruppe vor dem Eingang gemischt.

Wie die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtet, soll das massive Polizeiaufgebot auch das Risiko eines möglichen zweiten Anschlags reduzieren. Mittlerweile ist auch eine Sondereinheit mit Sprengstoffspezialisten vor Ort. Das komplette Botschaftspersonal wurde laut der Zeitung in Sicherheitsräumen untergebracht.

Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des Nato-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien im Land stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben.

Die schwersten Bombenanschläge hatte die Türkei im November 2003 erlebt. Damals explodierten Autobomben vor zwei Synagogen, 30 Menschen wurden getötet, 146 verletzt. Die Behörden sagten später, die Attacke habe die Handschrift von al-Qaida getragen. Eine Woche später gab es zwei weitere Explosionen: Das Hauptgebäude der HSBC Bank wurde zerstört und das britische Konsulat beschädigt. 32 Menschen kamen ums Leben.

flo/jok/heb/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 44 Beiträge
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1. Lt. türkischen Medien....
fatih_ersoy 01.02.2013
... mindestens zwei Tote und viele Verletzte. Einer der Toten ist der Selbstmordattentäter, der sich vor dem Wachhäuschen vor der Botschaft in die Luft gesprengt hat.
2.
Hans58 01.02.2013
Klar und genau das rechtfertigt Aktionen...wobei man noch überhaupt nicht weiß, was sich in Ankara zugetragen hat, so SpON im Beitrag (Stand 12:48 Uhr)
3. Lasst mich raten
SieLebenWirSchlafen 01.02.2013
Zitat von sysopAPVor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara hat es eine Explosion gegeben. Krankenwagen seien auf dem Weg in das betroffene Gebiet, meldete die türkische Nachrichtenagentur Dogan. Mehrere Menschen wurden verletzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-explosion-vor-us-botschaft-in-ankara-a-880957.html
Es wird Iran und/oder Syrien dafür verantwortlich gemacht gemacht werden ...
4. Tote
beirut-reporter.net 01.02.2013
Türkische Medien sprechen derzeit davon, dass es mindestens zwei Tote gegeben haben soll.
5. Abwarten!
diplomatin82 01.02.2013
Und Tee trinken... Ob es wirklich ein Türke war oder nicht, weiß man nicht. Also bitte keine vorschnell Urteile fällen, wir sind nicht im Mittelalter. Fakt ist, dass bedingt durch die relativ offenen Grenzen zum nahen Osten solche Ziele ein leichtes sind als hierzulande...
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Hauptstadt: Ankara

Staatsoberhaupt:
Recep Tayyip Erdogan

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