Unglück in der Ägäis Mindestens neun Flüchtlinge ertrunken, darunter Kinder

Sie starben beim Versuch, in die EU zu gelangen: Abermals ist vor der türkischen Küste ein Flüchtlingsboot gekentert. Laut Medienberichten kamen mehrere Menschen ums Leben.

Rettungsring im Mittelmeer (Archivbild): Wieder ein Boot bei hohem Wellengang gesunken
AFP

Rettungsring im Mittelmeer (Archivbild): Wieder ein Boot bei hohem Wellengang gesunken


Erneut sind in der Ägäis Flüchtlinge ertrunken. Mindestens neun Menschen starben, als ihr Boot beim Versuch nach Griechenland überzusetzen vor der türkischen Küste kenterte. Das berichten türkische Medien. Unter den Opfern sind demnach auch zwei Kinder. Zwei weitere Flüchtlinge hätten sich über Wasser halten können und seien gerettet worden. Das Boot sei vor der Küste des Dorfes Doganbey südlich der Küstenstadt Izmir bei hohem Wellengang gesunken. Die Nationalität der Flüchtlinge war zunächst nicht bekannt.

Trotz Winterwetters begeben sich immer noch jede Woche Tausende Menschen auf die gefährliche Überfahrt in Richtung Europäische Union. Erst am Samstag waren 37 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon Frauen und Kinder, als ihr Boot beim Versuch der Überfahrt von der türkischen Provinz Canakkale zur griechischen Insel Lesbos kenterte.

Ankara hatte mit der EU im vergangenen November eine Einigung erzielt, wonach die Türkei von Brüssel drei Milliarden Euro erhält, die den rund 2,5 Millionen Syrien-Flüchtlingen in der Türkei zugute kommen sollen. Doch die EU hat Schwierigkeiten, die zur Flüchtlingsabwehr erforderlichen Gelder von ihren Mitgliedern einzutreiben; unter anderem wird der Türkei vorgeworfen, ihre Zusagen zur Eindämmung der Flüchtlingsbewegung nicht einzuhalten.

kev/AFP/dpa

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