Türkei Ankara fordert Bundesregierung  zur Entschärfung der Reisehinweise auf

Nach Monaten der Krise will Ankara die Beziehungen zu Deutschland normalisieren. Der türkische Tourismusminister fordert nun ein Entgegenkommen - damit wieder mehr Urlauber ins Land kommen.

Numan Kurtulmus
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Numan Kurtulmus


Zuletzt wurde die Türkei für deutsche Touristen als Urlaubsziel unattraktiver - immer weniger reisten dorthin. Grund dafür ist das angespannte deutsch-türkische Verhältnis und die damit verbundene Verschärfung der Reisehinweise, die das Auswärtige Amt im Juli verhängte. Die türkische Regierung fordert nun die Bundesregierung auf, diese Warnung wieder aufzuheben.

"Wir erwarten von unseren deutschen Ansprechpartnern positive Botschaften gegenüber der Türkei", sagte Tourismusminister Numan Kurtulmus vor deutschen Journalisten in Antalya. Diese Botschaften sollten beinhalten, "dass es für deutsche Bürger nicht gefährlich ist, die Türkei zu besuchen".

Die Regierung in Ankara bemüht sich seit einiger Zeit wieder um eine Normalisierung der Beziehungen zu Berlin. So kam unter anderem der inhaftierte Menschenrechtler Peter Steudtner frei und konnte nach Deutschland ausreisen. Ebenfalls frei ist die Journalistin Mesale Tolu. Sie darf die Türkei allerdings bislang nicht verlassen.

Deutsche Touristen stellten noch bis 2016 die größte Urlaubergruppe in der Türkei, doch brach ihre Zahl da schon deutlich ein. 2017 setzte sich der Rückgang fort.

Von 2015 auf 2016 war insgesamt die Zahl ausländischer Touristen in der Türkei um gut 30 Prozent auf 25,4 Millionen zurückgegangen. Einen ähnlichen Rückgang verzeichnete die Gruppe der deutschen Urlauber, von denen 2016 nur noch 3,9 Millionen in die Türkei kamen. Der Grund waren Terroranschläge und der Putschversuch in der Türkei sowie politische Spannungen zwischen Ankara und Berlin, die ihren Ursprung auch in der Festnahme deutscher Staatsbürger hatten.

Im Juli 2017 verschärfte das Auswärtige Amt daher die Sicherheitshinweise, in denen seitdem vor willkürlichen Festnahmen gewarnt wird, zu denen es in allen Landesteilen "einschließlich der touristisch frequentierten Regionen" kommen könne. Reiseveranstalter berichten, dass die Zahl der Buchungen in Deutschland für die Türkei für dieses Jahr dennoch wieder deutlich zugenommen habe.

mho/dpa



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