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Kurdengebiete: Türkei bekräftigt Forderung nach Schutzzone in Nordsyrien

Der türkische Vize-Regierungschef fordert eine Waffenstillstandszone in Nordsyrien, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Den Beschuss dieses Gebiets will die Türkei jedoch vorerst fortsetzen.

Angriffe auf Kurden: Türkische Panzer feuern nach Syrien Zur Großansicht
AFP

Angriffe auf Kurden: Türkische Panzer feuern nach Syrien

Seit Tagen feuert das türkische Militär mit schwerer Artillerie auf kurdische Rebellen in Nordsyrien. Zugleich fordert die Regierung nun, eine etwa zehn Kilometer breite Schutzzone hinter der türkisch-syrischen Grenze einzurichten. Das sagte Vize-Ministerpräsident Yalcin Akdogan in einem Fernsehinterview.

Die Zone müsse "frei von jeglichen Kampfhandlungen sein". In diesem Bereich würde auch die umkämpfte Stadt Asas etwa acht Kilometer südlich der türkischen Grenze liegen, so Akdogan. Das türkische Militär hatte in den vergangenen Tagen wiederholt kurdische Stellungen bei Asas mit Haubitzen beschossen.

Die Türkei argumentiert, eine militärisch abgesicherte Schutzzone könnte mehreren Hunderttausend Menschen auf syrischem Boden Schutz vor Verfolgung bieten. Ziel der Regierung in Ankara ist es, dass keine weiteren Kriegsflüchtlinge mehr in die Türkei kommen. Bislang beherbergt das Land rund 2,5 Millionen Geflohene in Lagern entlang der Grenze. In diesem Zusammenhang begrüßte Akdogan auch die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich für eine Flugverbotszone in Syrien ausgesprochen hatte.

Erdogan: Beschuss der Kurden in Nordsyrien geht weiter

Den kurdischen Kämpfern in Nordsyrien wirft die Türkei vor, südlich der Grenze "demografische Veränderungen" vorzunehmen. Die Kurden würden gezielt arabische und turkmenische Bewohner vertreiben. Ankara fürchtet, dass damit die Schaffung eines kurdischen Staates vorbereitet werden soll.

Unterdessen kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an, dass die Angriffe auf kurdische Verbände in Nordsyrien fortgesetzt werden. Daran hatte es internationale Kritik gegeben, auf die der Präsident am Mittwoch in einer Fernsehansprache einging. "Jeder unserer Schritte ist legitim", sagte Erdogan. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an der Zusammenarbeit der USA mit den syrischen Kurden.

cht/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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1. Schutzzonen
druck_im_topf 17.02.2016
Das Undenkbare denken: Schutzzonen in die man (selber) reinschiessen darf, Waffenstillstände, bei denen man trotzdem bombardieren darf, Demokratien hier mit autokratischen Herrschern, die nach belieben an Gesetz und Verfassung spielen dürfen, um ihre Macht zu sichern und Bürger, die die neuen "Spielformen" von Recht und Ordnung ganz ganz toll finden, um erst den anderen den Diktator zu gönnen ("die sind es ja so gewohnt") und dann sich selbst. Irgendwann werden die Enkel fragen, warum habt ihr das zugelassen? Die Antwort: "weil wir uns als Kleingeister selbst allzugern veralbern lassen, um ein Gefühl von Macht zu haben" wird keinem über die Lippen kommen. Eher wird sein: "das haben wir nicht gewusst"! MfG
2.
uban1 17.02.2016
was ist mit den ethnischen Änderungen in Zypern die auf massiven Druck der Türken nicht rückgängig gemacht werden sollen?
3. Wieso schweigt die Eu ?
kiki77 17.02.2016
Erdogan führt in seinem eigenen Land Krieg gegen den Kurden, wo auch viele Zivilisten sterben also Kriegsverbrechen .... und nun bombardiert er die Kurden in Syrien, jeder weißt, dass in letzten Kriegsjahren,wo die Welt zu schaute waren die Kurden die einzigen, die den IS die Stirn geboten haben. Jeder weißt dass die IS in Syrien und Irak mit Türkische Unterstützung gewachsen ist. Nur weil die EU Erdogan bezüglich der Flüchtlinge braucht lässt sich erpressen .... Und keiner kann ihn ihn stoppen, er kriegt nicht mal in seinem Land Frieden hin und nun bombardiert in Syrien rum und wir schauen zu und schweigen weiter, weil wir uns erpressen lassen ..... Dieser Mensch will auch noch in Eu ??? Ihm ist die IS lieber als das die Kurden eine Autonomie in Syrien bekommen. Wie schrecklich ... Mit seiner Aktion werden die Flüchtlingszahl aus Syrien und Türkei noch mehr steigen, wie kontraproduktiv??
4. Natopartner Erdogan
florencegrosse 17.02.2016
mit ihm haben wir uns eine brandgefährlichen Partner ins Boot geholt. Er scheut nicht davor zurück die USA und Russland gegeneinander auszuspielen. Und wenn er sich verplant hat, kann er immer noch seine Natopartner (also auch uns) vorschicken um die Suppe auszulöffeln. Es ist eine Schande, dass Merkel ihm Milliarden für seinen Krieg gegen die Kurden in den Rachen wirft nur um die Flüchtlingszahlen zu reduzieren. Eine Flug- & Kampfverbotszone im Norden Syriens ist der einzig richtige Weg um die Flüchtlinge dort zu versorgen. Das würde aber bedeuten, dass die Türkei die Bombadierungen der Kurden einstellt.
5. Aufklärung
optional_de 17.02.2016
Hallo an alle), Erdo?an war derjenige der dafür gesorgt hat das die Kurden ihre Sprache wieder öffentlich sprechen können. Dank Erdo?an die Kurden kurdisch sprechen, Fernsehsender und Zeitungen öffnen. Es sind in der Türkei seit den 80er Jahren etwa 100.000 Menschen durch den Konflikt gestorben. Erdo?an hat dafür gesorgtdas in der Fiedenszeit von knapp drei Jahren kein Mensch gestorben ist. In dieser Friedenszeite haben die Kurden aufgerüstet z.b. 11 tonen C4 in der Stadt Diarbakir 10 tausende Westliche Waffen usw. Dank Erdo?an gibt es sogar eine Kurdenpartei was vorher auch untersagt war usw.
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