Verbesserte Beziehungen Türkei hofft auf mehr deutsche Waffenlieferungen

Die Regierungspartei AKP ist überzeugt: Der Handel zwischen der Türkei und Deutschland wird im kommenden Jahr stark zunehmen. Aus Sicht der AKP soll das auch für den Rüstungssektor gelten.

Cevdet Yilmaz
DPA

Cevdet Yilmaz


Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich zuletzt verbessert. Ende September kam Recep Tayyip Erdogan zum Staatsbesuch nach Deutschland, wenige Wochen später wurde ein weiterer Deutscher in der Türkei aus der Untersuchungshaft entlassen, auch wenn der Prozess gegen ihn fortgeführt wird. Angesichts der Entspannung erwartet die türkische Regierungspartei AKP im nächsten Jahr Rekordwerte bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit - und hofft auch auf deutsche Waffenlieferungen.

Der stellvertretende Vorsitzende Cevdet Yilmaz sagte, er gehe von einer Steigerung des Handelsvolumens von voraussichtlich mehr als 40 Milliarden Dollar (35 Milliarden Euro) in diesem auf bis zu 50 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) im nächsten Jahr aus. "Das kann leicht erreicht werden, wenn man sich die Größe unserer Volkswirtschaften anschaut."

Dabei hofft Yilmaz auch darauf, dass eine wieder wachsende wirtschaftliche Zusammenarbeit auch den heiklen Rüstungssektor einschließt. Zuletzt hatte die Bundesregierung wegen der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen und des türkischen Eingreifens in den Syrienkrieg kaum noch Lieferungen von Waffen und anderen Rüstungsgütern an die Türkei genehmigt.

Yilmaz kritisiert Reisehinweise des Auswärtigen Amts

"Die Türkei und Deutschland sind Verbündete. Also sollten wir für regionale und globale Sicherheit zusammenarbeiten", sagte Yilmaz. Das schließe die Kooperation im Rüstungssektor zum Vorteil beider Seiten ein.

Türkischer Leopard-Panzer
DPA

Türkischer Leopard-Panzer

Yilmaz verspricht sich von den zunehmenden Verbesserungen der Beziehungen auch, dass die Rekordzahl deutscher Touristen von 5,6 Millionen aus dem Jahr 2015 im nächsten Jahr übertroffen wird. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Reisehinweise des Auswärtigen Amts, das deutsche Staatsbürger weiterhin vor willkürlichen Festnahmen warnt.

"Die Türkei verdient solche Interpretationen und Ansätze nicht", sagte Yilmaz. Die Festnahmen seien rechtmäßig gewesen. "Niemand kann das willkürlich machen." Derzeit sind noch fünf deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert. Ihnen wird in der Regel Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen.

aev/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.