Seit Militäroffensive in Syrien Hunderte Festnahmen in der Türkei

Ankara geht hart gegen Kritiker des türkischen Einsatzes in Syrien vor. Seit Beginn der Militäroffensive nahmen die Behörden weit über 600 Menschen fest.

Türkische Soldaten im Grenzgebiet
AFP

Türkische Soldaten im Grenzgebiet


Im Zusammenhang mit der Militäroffensive in Nordwestsyrien haben die türkischen Behörden innerhalb einer Woche 93 Menschen wegen "Terrorpropaganda" festgenommen. Die Gesamtzahl der Festnahmen seit dem Beginn des Einsatzes am 20. Januar beträgt damit 666, wie das Innenministerium mitteilte.

474 Menschen seien in dem Zeitraum wegen Äußerungen in den sozialen Medien in Gewahrsam genommen worden. 192 Menschen seien festgenommen worden, weil sie an Protesten teilgenommen hätten.

Die Offensive der türkischen Armee richtet sich gegen die kurdische Miliz YPG in Nordwestsyrien. Die türkische Polizei geht immer wieder gegen Kritiker des Militäreinsatzes vor. Führende Mitglieder der Türkischen Ärztevereinigung wurden etwa vorübergehend festgenommen, weil sie eine Erklärung gegen den Krieg verbreitet hatten. Die Ärzte sind inzwischen wieder frei.

Die Türkei betrachtet die mit den USA verbündete Miliz YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Die PKK steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste.

kev/dpa



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