Erdem Gül Türkische Justiz spricht "Cumhuriyet"-Journalisten frei

2016 wurde Erdem Gül zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ein türkisches Gericht hat den prominenten und regierungskritischen Journalisten nun vom Vorwurf des Geheimnisverrats freigesprochen.

Erdem Gül
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Der Anwalt hatte Berufung eingelegt, woraufhin der Fall neu aufgerollt wurde: Mehr als zwei Jahre nach einer Verurteilung wegen Geheimnisverrats ist der regierungskritische "Cumhuriyet"-Journalist Erdem Gül freigesprochen worden. Das habe das Berufungsverfahren in der Türkei ergeben, teilte sein Anwalt Bülent Utku mit.

Hintergrund des Verfahrens war die Veröffentlichung geheimer Informationen durch die "Cumhuriyet" im Jahr 2015, die türkische Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien belegen sollten.

Erdem Gül und der ehemalige "Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar waren im Mai 2016 wegen Geheimnisverrats zunächst zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Verfahren gegen Dündar, der im Exil in Deutschland lebt, ist noch anhängig.

Im März dieses Jahres wurden die ursprünglichen Urteile aufgehoben. Gül solle freigesprochen werden, Dündar hingegen wegen "Spionage" eine längere Haftstrafe von bis zu 20 Jahren erhalten, forderte das höchste türkische Berufungsgericht. Die Prozesse wurden daraufhin getrennt von einander neu aufgerollt.

apr/dpa/AFP



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