Türkei Kurdische Milizen beschießen Polizeiposten

Die Explosionen waren in der ganzen Stadt zu hören - kurdische Rebellen haben einen Polizeiposten auf dem Flughafen von Diyarbakir attackiert.


Vier Raketen schlugen auf freiem Feld in der Nähe eines Polizeipostens ein: Kurdische Rebellen haben Medienberichten zufolge den Flughafen von Diyarbakir im unruhigen Südosten der Türkei unter Beschuss genommen. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Dogan. Die Explosionen seien in der ganzen Stadt zu hören gewesen. Die Flüge wurden laut Dogan nach dem Beschuss ausgesetzt, die Passagiere im Innern des Flughafengebäudes in Sicherheit gebracht. Der Gouverneur von Diyarbakir sagte dem Fernsehsender NTV, es gebe keine Opfer.

Diyarbakir ist die größte Stadt im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten des Landes. Seit dem Zusammenbruch eines Waffenstillstands zwischen der kurdischen Arbeiterpartei PKK und dem türkischen Staat vor einem Jahr gibt es fast täglich Gefechte und Anschläge.

Am Samstag hatte sich der Konflikt zwischen der türkischen Armee und den Kurden im Norden Syriens weiter zugespitzt. Türkische Kampfflugzeuge hatten nach Informationen aus Sicherheitskreisen Stellungen der syrischen Kurdenmiliz YPG angegriffen, von der Türkei unterstützte syrische Rebellen stießen nach eigenen Angaben zudem mit Kämpfern des von Kurden angeführten Militärbündnisses Demokratische Kräfte Syriens (SDF) zusammen. Bei einem Raketenangriff im Norden Syriens starb der erste türkische Soldat seit dem Start des türkischen Militäreinsatzes. Drei weitere wurden verletzt.

Die Kurden kontrollieren bereits große Gebiete an der Grenze zur Türkei und haben dort eine Selbstverwaltung errichtet. Die türkische Regierung will verhindern, dass die Kurden noch mehr Gebiete unter ihre Kontrolle bringen. Sie befürchtet Auswirkungen auf die Autonomiebestrebungen im eigenen Land. Die Miliz YPG ist eng mit der PKK verbunden, die von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird.

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eth/AFP/rtr

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