Türkei Tote bei Granatenangriff auf Schule an syrischer Grenze

Bei einer Explosion im Südosten der Türkei ist eine Frau getötet worden. Die Regierung macht die Terrororganisation "Islamischer Staat" für den Granatenangriff verantwortlich.

Verletzte Person in Kilis: Türkei macht IS verantwortlich
AFP

Verletzte Person in Kilis: Türkei macht IS verantwortlich


In der türkischen Provinz Kilis hat es eine Explosion gegeben. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, ereignete sich die Detonation vor einer Schule. Nach Angaben des Gouverneurs wurde eine Frau getötet, zudem wurden mehrere Personen verletzt.

Kilis liegt im Südosten des Landes an der Grenze zu Syrien. Der Gouverneur sagte, eine Mörsergranate aus dem benachbarten Bürgerkriegsland sei auf dem Schulhof eingeschlagen, zwei weitere Geschosse landeten demnach in der Umgebung auf freiem Feld.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf türkische Militärkreise, dass die Granate von Stellungen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien abgefeuert worden sei. Die Armee habe daraufhin Vergeltungsschläge gegen den IS verübt.

Der türkische Sender NTV zeigt Bilder von Verletzten, die in Krankenhäuser gebracht werden. Augenzeugen sagten im türkischen Fernsehen, es sei nicht klar, aus welcher Richtung das Geschoss kam und um was für eine Art von Geschoss es sich handele. Der Bürgermeister von Kilis, Hasan Kara, rief die Bürger auf, Ruhe zu bewahren, "und sich auf keine Weise provozieren zu lassen". Mehrere Schulen in der gesamten Provinz Kilis würden derzeit evakuiert und Kinder und Personal in Sicherheit gebracht, aus Furcht vor weiteren Angriffen.

In der Vergangenheit hat es in der Türkei immer wieder Anschläge gegeben. Zuletzt riss ein Selbstmordattentäter in der Istanbuler Altstadt zehn deutsche Touristen mit in den Tod. Nach türkischen Angaben handelte es sich bei dem Täter um ein Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Im Südosten liefert sich das türkische Militär zudem Gefechte mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

syd/kev/AFP/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.