Türkei Haftbefehl gegen 14 Verdächtige nach Anschlag in Ankara

Ein Selbstmordtäter riss in Ankara Dutzende Menschen mit in den Tod. Jetzt gehen die Behörden laut einem Bericht gegen mögliche Hintermänner des Anschlags auf eine Militärkolonne vor.

Trauerfeier für Anschlagsopfer: Ankara macht Kurdenmilizen der YPG verantwortlich
AP/dpa

Trauerfeier für Anschlagsopfer: Ankara macht Kurdenmilizen der YPG verantwortlich


Nach dem Selbstmordattentat in der türkischen Hauptstadt Ankara, bei dem 28 Menschen und der Attentäter selbst starben, ist gegen 14 Verdächtige Haftbefehl erlassen worden. Ihnen würden unter anderem "Unterstützung einer bewaffneten Terrororganisation" und "Fälschung offizieller Dokumente" vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag waren zuvor 21 Verdächtige festgenommen worden - die übrigen sieben wurden laut Anadolu wieder freigelassen.

Am vergangenen Mittwoch hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter 28 Menschen mit in den Tod gerissen. Er hatte den Sprengsatz in seinem Auto im Regierungsviertel von Ankara neben mehreren Armeebussen gezündet. Inzwischen hat sich die militante Organisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK)- eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - zu der Tat bekannt. Die türkische Führung hingegen, hatte die syrischen Kurdenmilizen der YPG für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Die YPG dagegen hat jede Beteiligung an dem Anschlag zurückgewiesen. Sie sieht in den Anschuldigungen einen Vorwand der Türkei für einen Einmarsch in Nordsyrien.

Die Türkei wurde in den vergangenen Monaten von mehreren Anschlägen erschüttert. Seit dem bislang blutigsten Anschlag, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet wurden, gilt die höchste Terrorwarnstufe. Die türkischen Behörden machten die Terrormiliz "Islamischer Staat" für die Tat verantwortlich, ebenso für den Anschlag auf eine Touristengruppe in Istanbul, bei der elf Deutsche getötet wurden.

kev/AP/dpa/Reuters

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