"Islamischer Staat" Türkische Polizei erschießt zwei Terrorverdächtige

Sie sollen einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag vorbereitet haben: Die türkische Polizei hat bei einer Razzia in Ankara zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" erschossen.

Türkische Flagge
Cem Turkel/ EPA/ REX/ Shutterstock

Türkische Flagge


Die türkische Polizei hat in Ankara zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erschossen, die einen Anschlag vorbereitet haben sollen. Der Vorfall hat sich in der Nacht auf Sonntag bei einer Razzia in einer Wohnung in der türkischen Hauptstadt Ankara ereignet, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. In der Wohnung seien Schusswaffen und Handgranaten gefunden worden.

Grund für die Durchsuchung sei ein Hinweis eines in Istanbul festgenommenen weiteren Verdächtigen gewesen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur. Demnach habe ein Anschlag unmittelbar bevorgestanden. Der Verdächtige sei Aserbaidschaner und werde derzeit weiter in Istanbul verhört, sagte der Gouverneur von Ankara, Ercan Topaca. Die Sicherheitskräfte gehen Topaca zufolge davon aus, dass der Mann die beiden nun erschossenen Verdächtigen mit dem Auto nach Ankara gefahren habe. Die Identität der Erschossenen sei noch nicht geklärt, laut Topaca waren sie 20 bis 30 Jahre alt.

An diesem Sonntag findet in Ankara der Parteitag der regierenden AKP statt, auf dem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erneut zum Parteivorsitzenden gewählt werden soll. Dies ist nach der knappen Zustimmung einer Mehrheit der Türken zum Verfassungsreferendum im April möglich.

Der IS wird für mehrere Terroranschläge in der Türkei mit vielen Toten verantwortlich gemacht, darunter die Anschläge am Flughafen von Istanbul im vergangenen Juni mit mehr als 40 Toten sowie in einem Istanbuler Nachtklub in der Silvesternacht mit 39 Toten. Das Nato-Mitgliedsland Türkei ist Teil der US-geführten Koalition gegen den IS und geht seit August auch selbst militärisch in Syrien gegen den IS sowie kurdische Kämpfer vor.

fdi/Reuters



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