Türkei Erdogan rät muslimischen Frauen von Verhütung ab

"Keine muslimische Familie sollte so etwas tun": Der türkische Präsident Erdogan hält nichts von Verhütung. Gläubige Türkinnen sollten mehr Kinder bekommen.


Recep Tayyip Erdogan hat eine Idee, das Bevölkerungswachstum in der Türkei zu fördern. Bei einer Rede in Istanbul, die live im türkischen Fernsehen übertragen wurde, sagte der Präsident: "Wir wollen viel mehr Nachkommen haben. Andere reden über Verhütung. Keine muslimische Familie sollte so etwas tun."

Erdogans Begründung: "Niemand kann Gottes Werk beeinflussen." Seine Aufforderung richte sich in erster Linie an die Frauen, sagte er.

Frauenrechtlerinnen und Oppositionspolitiker hatten Erdogan bereits in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass er Frauen vorschreiben wolle, wie viele Kinder sie bekommen. Der Präsident hatte Verhütung damals mit Verrat gleichgesetzt.

Es ist nicht der erste merkwürdige Ratschlag der Regierung Erdogan für Frauen. Im Sommer 2014 beklagte der damalige Vizeregierungschef Bülent Arinc einen Verfall der Moral. Schuld daran seien die Frauen, denen er übermäßige Heiterkeit untersagen wollte: Frauen sollten in der Öffentlichkeit weder laut lachen noch ihre Attraktivität zeigen, so Arinc.

cte/Reuters



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