Grenzkonflikt Türkische Armee schießt syrisches Kampfflugzeug ab

Die türkische Luftabwehr hat im Grenzgebiet ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die Maschine hatte offenbar Angriffe auf Rebellen geflogen, die zuvor einen Grenzübergang eingenommen hatten.

Absturzstelle: Rauch steigt auf, wo der syrische Jet niederging
DPA/ STF

Absturzstelle: Rauch steigt auf, wo der syrische Jet niederging


Beirut - Gewaltsamer Zwischenfall an der türkisch-syrischen Grenze: Die türkische Luftabwehr hat ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die Maschine habe Angriffe auf Rebellen in der syrischen Provinz Latakia geflogen, die einen Grenzposten hätten einnehmen wollen, teilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. "Die Maschine fing Feuer, bevor sie auf syrischem Gebiet niederging."

Sowohl der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als auch die syrische Regierung bestätigten den Abschuss. Das Flugzeug habe türkisches Hoheitsgebiet überflogen, sagte Erdogan. Daraufhin sei ein türkischer F16-Jet aufgestiegen und habe die Maschine abgeschossen. "Warum? Wenn Sie unseren Luftraum verletzen, wird unser Gegenschlag hart sein", sagte Erdogan.

Nach syrischen Angaben überflog die Maschine syrisches Gebiet. Die Regierung sprach von einem "offenkundigen Angriff". Laut syrischem Staatsfernsehen berichteten Militärvertreter, der Pilot habe sich per Schleudersitz aus dem Flugzeug gerettet.

In dem Gebiet, über dem das Flugzeug abgeschossen wurde, kämpfen syrische Rebellen und Regierungskräfte um die Kontrolle eines Grenzübergangs nahe der Stadt Kasab. Vergangene Woche hatten die Rebellen den Posten eingenommen.

Im Zuge des Bürgerkriegs in Syrien war es in den vergangenen Jahren im Grenzgebiet immer wieder zu Zwischenfällen zwischen der türkischen und der syrischen Luftwaffe gekommen. Mitte Oktober 2012 drängte ein türkisches Kampfflugzeug einen syrischen Kampfhubschrauber ab, der sich der Grenze genähert hatte, um Rebellenstellungen zu attackieren; im Juni desselben Jahres schoss Syrien einen türkischen Kampfjet im syrischen Luftraum über dem Mittelmeer ab.

Wegen einer möglichen Bedrohung durch Luftangriffe und Beschuss aus Syrien hat die Nato auf Bitten Ankaras "Patriot"-Luftabwehrsysteme in der Türkei stationiert. An dem Einsatz ist neben den USA und den Niederlanden auch Deutschland mit bis zu 400 Bundeswehrsoldaten beteiligt.

stk/AFP/Reuters



insgesamt 84 Beiträge
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topodoro 23.03.2014
1. In welchem Luftraum befand sich denn die Maschine ?
Flog das Flugzeug über syrischem Boden ? Und ist die Türkei jetzt ein Teil des Syrischen Bürgerkriegs ? Entweder die Türkei tritt aus der NATO aus oder wir sollten da austreten.
mightyschneider 23.03.2014
2. Nach wie vor auf Kurs
Selbst diese offensichtliche Aggression der Türken wird Assad nicht davon abhalten können, die Sache mit den islamistischen Terroristen in Syrien ein für alle zu beenden. Da kann EUSA auch noch so viel Waffen an die Terroristen liefern.
sonnensektor 23.03.2014
3. @topodoro
Ich glaube, dann sollten tatsächlich Deutschland aus der NATO austreten, falls es sich lieber davonstehlen möchte, als Diktaturen und Militärregimes abzuwehren.
Energieelite 23.03.2014
4. Die Türkei will Krieg !
Die Türkei wird zunehmend zum Unsicherheitsfaktor im Nordatlantischen Verteidigungsbündnis. Das Interesse der Türkei sich in einen Konflikt hineinziehen zu lassen ist unübersehbar geworden und deshalb auch entsprechend zu bewerten. Vielleicht sollte man die Türkei als Mitglied der NATO befristet freistellen .
twister34 23.03.2014
5. @topodoro
Die Maschine befand sich über türkischem Boden und hat somit das türkische Hoheitsgebiet verletzt. Die Türkei reagiert auf solche Ereignisse aggressiver seitdem ein türkisches Flugzeug vor zwei Jahren durch Syrien abgeschossen wurde. Also kein Grund für Deutschland aus der NATO auszutreten.
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