Kurdenkonflikt Schlägerei im türkischen Parlament - drei Verletzte

"Massaker", "Terroristen": Im türkischen Parlament ist die Debatte um einen Militäreinsatz gegen kurdische Aufständische eskaliert.

Rauferei im türkischen Parlament
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Rauferei im türkischen Parlament


Drei Verletzte - das ist die Bilanz einer Schlägerei unter türkischen Politikern im Parlament des Landes. Grund für die Auseinandersetzung war eine Debatte um einen Militäreinsatz der Regierung gegen kurdische Aufständische, wir türkische Medien berichten.

Der kurdische Politiker Ferhat Encü hatte in seiner Rede den türkischen Sicherheitskräften "Massaker" an kurdischen Zivilisten im Südosten des Landes vorgeworfen. Seine Partei, die HDP, erhebt schon seit Längerem den Vorwurf, dass Armee und Polizei beim Vorgehen gegen die verbotene Rebellengruppe Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

Die Regierungspartei AKP weist dies zurück. Die Rede von Encü regte einige der AKP-Abgeordneten im Plenum dermaßen auf, dass sie den HDP-Vertreter als "Terroristen" beschimpften. Dann gingen Vertreter beider Parteien aufeinander los.

Ein unbeteiligter Abgeordneter hielt die Szene mit seinem Handy fest und stellte das Video ins Internet.

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Der Nachrichtensender CNN-Türk meldete, Encü und zwei weitere Kurdenpolitiker seien verletzt worden. Sitzungspräsident Ahmet Aydin löste die Versammlung auf und setzte die nächste Plenarsitzung für den kommenden Montag an.

Eigentlich sollte am Mittwochabend an Gesetzen gearbeitet werden, die Voraussetzung sind für die Aufhebung der EU-Visumspflicht für Türken. Der türkische Minister für die Beziehungen zur EU, Volkan Bozkir, sagte dem Sender NTV, er gehe davon aus, dass die Gesetze am Montag verabschiedet werden können.

vks/dpa/AFP



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