Ankara/Damaskus - Die türkische Botschaft in Syrien ist geschlossen. Wegen der Verschlechterung der Sicherheitsbedingungen seien die Aktivitäten der Botschaft bis auf weiteres ausgesetzt, sagte ein türkischer Diplomat. Das gesamte Botschaftspersonal hat demnach die syrische Hauptstadt Damaskus verlassen. Aus dem Umfeld der Regierung in Ankara war von einer "starken politischen Botschaft" an die Regierung von Präsident Baschar al-Assad die Rede. Das türkische Generalkonsulat im nordsyrischen Aleppo nahe der Grenze zur Türkei soll dagegen geöffnet bleiben.
Mit der Schließung der Botschaft folgt Ankara dem Beispiel mehrerer EU-Staaten, der USA und der sechs Golfmonarchien. Die Türkei, die einst enge Beziehungen zum Nachbarn Syrien pflegte, hat wegen des seit einem Jahr anhaltenden gewaltsamen Vorgehens gegen die Oppositionsbewegung mit Tausenden Toten mit Assads Regierung gebrochen.
In Istanbul ist für Montag ein Treffen verschiedener syrischer Oppositionsgruppen vorgesehen. Die Regierungsgegner, darunter der Syrische Nationalrat, wollen sich vor dem für Sonntag geplanten zweiten Treffen der "Freunde Syriens" beraten. Bei der Zusammenkunft arabischer und westlicher Staaten geht es um Hilfeleistungen für die syrischen Regierungsgegner. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton will an dem Treffen teilnehmen. Die erste Konferenz hatte Ende Februar in Tunis stattgefunden.
Unterdessen werben die USA und die Türkei um Unterstützung für die syrischen Rebellen: Diese sollen unter anderem mit Kommunikationstechnologie und Medizin versorgt werden. US-Präsident Barack Obama und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatten am Rande eines Gipfeltreffens in Seoul über mögliche Hilfe für die syrische Opposition beraten. Erdogan erklärte nach der Zusammenkunft, die internationale Gemeinschaft sei verpflichtet, eine Lösung für den Konflikt in Syrien zu finden. Zuschauen und Abwarten seien keine akzeptable Strategie, sagte er nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.
Seit Beginn der Unruhen vor einem Jahr sind mehr als 17.000 Syrer in die Türkei geflüchtet. Dazu gehören Deserteure, die in einem Sonderlager untergebracht sind. Auch die militärische Führung der vor allem aus desertierten Soldaten bestehenden Freien Syrischen Armee hält sich in der Türkei auf und koordiniert von dort aus ihre Aktionen.
anr/dpa
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