Pressefreiheit Türkei schließt Dutzende Zeitungen und 16 Fernsehsender

Die Türkei geht nach dem Putschversuch immer härter gegen Medien vor: Dutzende Zeitungen, TV-Stationen, Radiosender und Verlagshäuser müssen ihre Arbeit einstellen.


Die türkische Regierung hat die Schließung von 45 Zeitungen und 16 Fernsehsendern angeordnet. Das teilte ein Behördenvertreter am Mittwochabend mit. Er bestätigte damit ein Regierungsdekret.

Laut dem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret werden zudem drei Nachrichtenagenturen, 23 Radiosender, 15 Zeitschriften und 29 Verlagshäuser geschlossen. Die Namen der betroffenen Medien wurden nicht veröffentlicht. Laut dem Sender CNN-Türk waren unter anderem die Nachrichtenagentur Cihan, der prokurdische Sender MC TV und die oppositionelle Tageszeitung "Taraf" betroffen.

Nach dem gescheiterten Militärputsch vor zwölf Tagen hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen und Dutzende Haftbefehle ausgestellt. Zunächst war von 42 die Rede, am Mittwoch wurde bekannt, dass die Regierung 47 weitere Journalisten, Ex-Mitarbeiter der zwangsverwalteten Zeitung "Zaman", ebenfalls per Haftbefehl suchen lässt.

In den vergangenen Tagen wurden bereits Webseiten gesperrt, Sendelizenzen gekündigt und ein Satiremagazin gestoppt.

Auch internationale Journalisten geraten unter Druck, müssen um die Verlängerung ihrer Akkreditierung fürchten oder werden erst gar nicht ins Land gelassen.

Nach dem Putschversuch vom 15. Juli verhängte die Regierung den Ausnahmezustand. Unter dem Ausnahmezustand kann Präsident Recep Tayyip Erdogan weitgehend per Dekret regieren. Grundrechte wie die Versammlungs- und die Pressefreiheit können ausgesetzt oder eingeschränkt werden, Behörden können Ausgangssperren verhängen und Medienberichterstattung kontrollieren oder verbieten.

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung über die Strafmaßnahmen, die die Türkei seit dem Putsch verhängt hat.

sun/AFP

insgesamt 346 Beiträge
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Seite 1
Das Pferd 27.07.2016
1.
tja. hätten sie mal dem Sultan gehuldigt....
desertmole 27.07.2016
2. Wär doch mal ne Maßnahme?
Deutschland im Sommerloch, nur Bier, Grillen, mit den Nachbarn reden und mal feststellen wie wichtig einfach nur der Platz um einen herum ist und vor allem auch die Mitmenschen.
wiesoweshalbwarum 27.07.2016
3. Willkommen in der türkischen Realität,
und willkommen in der Erdowahnschen Diktatur. Wer jetzt immer noch glaubt der Putsch wäre nicht getürkt gewesen, der glaubt auch der Islam gehöre zu Europa.
martin58. 27.07.2016
4. Bei uns undenkbar! ;-)
Um einen oppositionellen, bzw. regierungskritischen Sender zu schliessen, müsste es erstmal einen geben.
Maganay 27.07.2016
5.
Meinen Segen hat er, wenn er seine "hochqualifizierten", dauerbeleidigten Landsleute in sein Reich zurückholt.
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