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Fotos von Geiselnahme: Türkei sperrt Zugang zu Twitter und YouTube

Die Türkei greift erneut in die Nutzung sozialer Medien ein und sperrt die Dienste Twitter und YouTube. Grund sollen dort veröffentlichte Fotos einer Geiselnahme sein.

In der Türkei ist am Montag landesweit der Zugang zu Twitter und YouTube gesperrt worden. Wie die Onlineausgabe der Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf den Verband der türkischen Internetprovider meldete, wurde die Sperre von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, ein Gericht habe der Klage von Einzelpersonen stattgegeben.

Es ist nicht die erste Sperrung sozialer Medien in der Türkei. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung vor der Kommunalwahl im März zunächst Twitter und dann auch YouTube sperren lassen. Über diese Dienste waren zuvor Telefonmitschnitte verbreitet worden, die Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan unter Korruptionsverdacht brachten.

Gegen die Maßnahmen gab es damals große Proteste. Das Verfassungsgericht wertete sie als Verletzung der Grundrechte.

Als Grund für die neuen landesweiten Sperren wurde die Verbreitung eines Fotos aus der vergangenen Woche genannt, auf dem der von Linksextremisten in einem Gerichtsgebäude als Geisel genommene Istanbuler Staatsanwalt Mehmet Selim Kiraz zu sehen war, wie er mit einer Pistole bedroht wurde. Kiraz sowie die beiden Geiselnehmer starben später, als die Polizei versuchte, den Staatsanwalt zu befreien.

Zunächst wurde auch der Zugang zu Facebook blockiert, doch wurde die Sperre nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Laut "Hürriyet" begründete die türkische Internetbehörde BTK dies damit, dass die beanstandeten Fotos von Facebook gelöscht worden seien.

stk/AFP/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
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1. aber über einen
bollrock 06.04.2015
proxyserver müsste das doch gehn... Funktioniert mit der gema in deutschland ja auch...
2. Vpn!
Levend 06.04.2015
Dafür gibt es VPNs (Virtual Private Networks), z.B. hier: http://www.vpngate.net
3. Demokratie auf Türkisch
voiceecho 06.04.2015
Dank dem türkischen Diktatur Erdogan entwickelt sich die Türkei zum totalitärem Polizeistaat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt. Erdogan sucht alle paar Monate Scheingründe, um die sozialen Netzwerke zu blockieren, weil sie ihm ein Dorn im Auge sind! Auf diesen Netzwerken wird nämlich immer wieder Bericht über die Korruption und die Kriminellen Machenschaften des Erdogan Regimes berichtet. Es wird Zeit, dass der Westen die Beziehungen zu diesem Regime neu bewertet, insbesondere aufgrund seine Rolle zu IS und andere extremistische Gruppen in Syrien und Irak. Die arme Türkei benötigt dringend ein " Regime change".
4. Die deutsche Politik
bellfleurisse 06.04.2015
kritisiert die Zensur Chinas. Mit der Türkei hingegen wird über eine EU Mitgliedschaft immer wieder gesprochen... Diese Nachricht dürfte nicht in einer Randnotiz verschwinden. Gerade Journalisten haben die Pflicht das Recht auf unzensierte Meinungsäußerung, auch in Form von Bild/ Video, öffentlich zu machen.
5. ....
toledo 06.04.2015
Zitat von LevendDafür gibt es VPNs (Virtual Private Networks), z.B. hier: http://www.vpngate.net
Das löst doch aber nicht das Zensurproblem der Türkei! Muss das sein, dass man diese technischen Sperrmätzchen durch andere Mätzchen umgehen muss? Und wie sieht das rechtlich aus? Mach ich mich nach türkischem Rechtsverständnis vielleicht auch noch strafbar, wenn ich die Sperre umgehe..? Und wie umgehen denn Smartphone Besitzer die Sperren? Dieses Land habe ich nach Griechenland auch von meiner Reiseliste gestrichen!
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