Türkische Mediengruppe Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dogan Media

Der Vorwurf lautet "terroristische Propaganda": Die türkische Justiz ermittelt gegen die führende Mediengruppe des Landes, Dogan Media. Der Verlag gibt unter anderem die liberale Tageszeitung "Hürriyet" heraus.

Übertragungswagen vor dem Dogan-Gebäude in Istanbul: Medien eingeschränkt
AP

Übertragungswagen vor dem Dogan-Gebäude in Istanbul: Medien eingeschränkt


Die türkische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Mediengruppe Dogan Media eingeleitet. Dem Unternehmen wird "terroristische Propaganda" vorgeworfen, meldet die Nachrichtenagentur Anadolu. Dogan Media gibt unter anderem die türkische Tageszeitung "Hürriyet" heraus.

In der Woche zuvor hatten aufgebrachte AKP-Anhänger zwei Mal in Folge das Redaktionsgebäude der Zeitung in Istanbul angegriffen. Die Ermittlungsbehörden, die in den vergangenen Tagen schon die Redaktionsräume durchsuchten, lassen dem Protest der AKP-Anhänger nun rechtliche Schritte folgen.

Die "Hürriyet" gehört zu den wenigen Zeitungen, die kritisch über die Regierung und über Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan berichten. Die Regierung wiederum wirft ihr vor, mit der verbotenen Kurdenpartei PKK zu sympathisieren.

Die Türkei geht derzeit scharf gegen die Presse vor. Ausländische Journalisten sind von führenden Politikern sogar als Terroristen bezeichnet worden. Eine niederländische Journalistin wurde vor wenigen Tagen des Landes verwiesen.

Zwei britische Reporter des Internetsenders Vice News waren zuvor ebenfalls aus der Türkei abgeschoben worden. Ihr irakischer Übersetzer ist noch in Haft. Kritiker werfen der türkischen Regierung vor, Journalisten unter Druck zu setzen und die Pressefreiheit immer weiter einzuschränken.

vks/Reuters



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