Türkei Terroranschlag in Istanbul fordert Tote und Verletzte

Bei einem Doppelanschlag sind in Istanbul mindestens 13 Menschen getötet und 70 verletzt worden. Die Attentäter gingen laut türkischen TV-Berichten besonders perfide vor: Zunächst wurde eine kleine Bombe gezündet, als dann Menschen zu der Stelle liefen, ging die zweite, weitaus größere Bombe hoch.


Istanbul - Die beiden Bombenexplosionen sind offenbar aufeinander abgestimmt gewesen, berichtet der türkische Fernsehsender NTV unter Berufung auf die Polizei. Mindestens 13 Menschen sollen dabei getötet, etwa 70 verletzt worden sein. Laut NTV vermuten türkische Sicherheitsbehörden die kurdische Untergrundorganisation PKK hinter dem Anschlag.

Die erste Bombe von geringer Sprengkraft explodierte den Berichten zufolge in einer Straße im Istanbuler Außenbezirk Güngören auf der europäischen Seite der Stadt.

Wenige Minuten später ging dann in einigen Metern Entfernung eine starke Bombe hoch - zu diesem Zeitpunkt eilten gerade zahlreiche Menschen zum ersten Explosionsort. Hier lebten "ganz normale Menschen" und es sei schwer vorstellbar, wer hier einen Bombenanschlag verüben könnte, sagte ein CNN-Korrespondent. Zeugen hätten von verdächtigen Päckchen in der Fußgängerzone gesprochen, hieß es weiter.

Etliche Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz. Die Polizei riegelte das Gebiet ab. NTV und CNN-Türk zeigten Bilder, auf denen blutüberströmte Menschen zu sehen waren, die panisch und orientierungslos umherliefen, auf der Straße lagen oder in Krankenwagen getragen wurden.

Zunächst hatten türkische Fernsehsender und CNN berichtet, die doppelte Explosion gehe vermutlich auf ein Gasleck zurück.

In Istanbul wurden bereits mehrere Attentate der PKK zugeschrieben, die seit 1984 für die Unabhängigkeit des Kurdengebietes kämpft. In dem Konflikt kamen bislang mehr als 37.000 Menschen ums Leben.

Die türkische Regierung geht gegen die kurdischen Rebellen auch im Nachbarland Irak vor. Erst in der Nacht zum Sonntag griff die türkische Luftwaffe Stellungen von PKK-Rebellen im Nordirak an. Zuvor hatte die türkische Armee in der Nacht zu Donnerstag hatte PKK-Stellungen im Irak beschossen.

jul/tno/AP/Reuters/dpa/AFP



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