Türkisches Außenministerium Deutscher Botschafter musste sich auch für Erdogan-Karikatur rechtfertigen

Dreimal ist der deutsche Botschafter in Ankara bereits ins türkische Außenministerium gerufen worden - nach Informationen des SPIEGEL wurde er bereits im Februar zu Lehrmaterial über den Völkermord in Armenien befragt.

Botschafter Martin Erdmann
DPA

Botschafter Martin Erdmann


Die Türkei hat den deutschen Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, in diesem Jahr bereits dreimal zum Gespräch in das Außenministerium zitiert.

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Heft 14/2016
Präsident Erdogans Feldzug gegen Freiheit und Demokratie

Nach Informationen des SPIEGEL musste sich Erdmann am 19. Februar für eine Handreichung für Lehrer in Sachsen-Anhalt zum Thema Genozid rechtfertigen. In dem Papier nimmt der Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs, den Ankara bestreitet, breiten Raum ein. Außerdem ist darin eine Karikatur veröffentlicht, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Totenköpfen gehend zeigt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das türkische Außenministerium den Diplomaten im März zweimal kurz nacheinander einbestellt hatte. Dabei ging es beim ersten Termin am 22. März um ein Video der NDR-Sendung "Extra 3", in dem Erdogan verspottet wurde.

Beim zweiten Treffen am 29. März beschwerte sich die türkische Regierung darüber, dass Erdmann den Prozessauftakt gegen zwei Journalisten der Zeitung "Cumhuriyet" verfolgt hatte.

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insgesamt 222 Beiträge
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black-mamba 02.04.2016
1. Befehl und Gehorsam?
Wieso kann der deutsche Botschafter von der türkischen Regierung wohinzitiert werden? Der hat doch diplomatische Immunität - man kann ihn allenfalls bitten oder einladen - oder?
coolstuff 02.04.2016
2.
Jede Woche mehrere Artikel, die zeigen, dass eine Türkei unter Erdogan nichts, aber auch gar nichts in der EU zu suchen hat. Leider hat sich Frau Merkel von Herrn Erdogan abhängig gemacht. Anstatt die Grenzen selber zu sichern, hat sie sich Herrn Erdogan als Türsteher engagiert. So entstehen die unschönen Bilder nicht auf EU-Boden bzw. werden erst gar nicht gedreht, da eine freie Presse in der Türkei nicht mehr existiert.
SachDebattierer 02.04.2016
3. Das deutsche Volk sollte Frau Dr. Merkel einbestellen
..., damit sie sich rechtfertigt, warum man sie mit dem Repräsentanten eines Schurkenstaats und IS Unterstützer sittenwidrige Geschäfte abschließt, und warum sie diese islamistische Republik zudem im Eilverfahren in die EU holen will. Im Übrigen, wie hat Frau Dr. Merkel noch einmal so schön gesagt, "Wer auf das eigene Volk schießt, hat seine Legitimierung verloren. " Jetzt wäre es Zeit, den hehren Worten Taten folgen zu lassen.
cofrap 02.04.2016
4. Weil es diplomatische Regeln gibt.
Der Botschafter ist nunmal genau zu diesem Zweck in einem Land. Normalerweise geht es dann halt nur nicht um so einen Kinderkram. Sondern um ernsthafte Fragen die Haltung des den Botschafter entsendenden Landes, beziehungsweise dessen Regierung.
INGXXL 02.04.2016
5. #1
Nein ,bei gravierenden Meinungsverschiedenheit wird der Botschafter einbestellt. Das ist die höchste Form der Missbildung. Wenn der Botschafter nicht nachkommt könnte das zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen führen. Der Botschafter könnte höchsten den Außenminister darum bitten ihn abzulösen. Den müsste halt ein anderer die Brüder übernehmen. Der Posten beim Vatikan ist sicherlich angenehmer, aber der ist von einer Mekelgetreiin leider schon besetzt
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