Angebliche Gülen-Verbindung US-Pastor muss in türkischer Haft bleiben

Er soll Verbindungen zur PKK und zu Fethullah Gülen haben: Der Antrag des US-Pastors Andrew Brunson auf eine Entlassung aus der Untersuchungshaft ist abgelehnt worden. Ihm drohen 35 Jahre Gefängnis.

Justizgelände in Aliaga
AFP

Justizgelände in Aliaga


Seit mehr als anderthalb Jahren sitzt der US-Pastor Andrew Brunson in türkischer Haft - und dort muss er vorerst auch bleiben. Den Antrag seines Anwalts auf Freilassung aus der Untersuchungshaft hat ein Gericht in Aliaga in der westlichen Provinz Izmir nun abgelehnt.

Brunson werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Er sitzt seit Dezember 2016 in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 35 Jahre Haft.

Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der Vergangenheit einen Austausch von Gülen gegen Brunson vorgeschlagen.

Es war die dritte Anhörung in dem Prozess gegen den Pastor, der die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entschieden zurückweist. "Es gibt keine konkreten Beweise gegen mich", sagte Brunson. "Ich bin in allen Anklagepunkten unschuldig." Es sei "wirklich schwer", im Gefängnis und getrennt von seiner Frau und seinen Kindern zu bleiben, sagte er weiter.

Aus dem US-Außenministerium hieß es, man gehe davon aus, dass Brunson unschuldig sei. "Der Fall gegen ihn beruht auf anonymen Anschuldigungen und Spekulationen." Glaubwürdige Beweise gegen Brunson seien nicht vorgelegt worden. "Wir rufen die türkische Regierung dazu auf, diesen Fall in einer schnellen, transparenten und fairen Weise zu lösen."

Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Ankara und Washington schwer. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich in den Fall persönlich eingeschaltet und im April auf Twitter mitgeteilt, Brunson werde in der Türkei ohne Grund strafrechtlich verfolgt.

aev/dpa/AFP/Reuters



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