Vorfall im Grenzgebiet Türkei verhaftet griechische Soldaten

Zwei griechische Soldaten sollen in eine militärische Sperrzone der Türkei eingedrungen sein, angeblich haben sie sich verlaufen. Ihnen droht ein Prozess wegen Spionage.

Griechische Soldaten (Archivaufnahme)
AFP

Griechische Soldaten (Archivaufnahme)


Der Vorfall dürfte das Verhältnis zwischen der Türkei und Griechenland weiter verschlechtern: Ein türkisches Gericht hat zwei griechische Soldaten unter Spionageverdacht in Haft genommen, nachdem sie auf türkischem Gebiet festgenommen worden waren.

Das Gericht in der westtürkischen Stadt Edirne warf den beiden Soldaten einen "Versuch zur Militärspionage" und "Eindringen in eine militärische Sperrzone" vor, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Bei den Soldaten handele es sich um einen Leutnant und einen Feldwebel.

Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des griechischen Heeres am Donnerstag. In der Region des Grenzflusses Evros hatte es in den vergangenen Tagen stark geschneit. Zudem herrschte am Donnerstag dichter Nebel in der Region. Die beiden griechischen Militärs hätten sich "offenbar verlaufen", hieß es in der Erklärung des griechischen Heeres weiter.

Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos teilte im Staatsfernsehen (ERT) mit, die beiden Soldaten seien von einer türkischen Militärpatrouille wegen Überschreitung der Grenze am Fluss Evros festgenommen worden. "Der griechische und der türkische Generalstab sind in Kontakt miteinander zwecks Freilassung der beiden Militärs."

Ministerpräsident Alexis Tsipras beobachte intensiv die Entwicklung und stehe in ständigem Kontakt mit dem Außen- und Verteidigungsminister, hieß es aus Regierungskreisen.

Die Beziehungen zwischen den beiden benachbarten Nato-Partnern Türkei und Griechenland sind angespannt. Die Regierung in Ankara fordert die Auslieferung von acht Soldaten, die sich nach dem Putschversuch im Juli 2016 mit einem Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt hatten. Streit gibt es auch um ein Gaserkundungsgebiet südöstlich von Zypern.

als/dpa/AFP



insgesamt 85 Beiträge
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udo.sowade 02.03.2018
1. Spionageverdacht
die Türkei ist eben ein verlässlicher Bündnispartner. Jetzt kann man über einen Soldaten-Austausch verhandeln.....
Nachtsegler 02.03.2018
2. Wie passend!
Die Türkei hat wieder mal Geiseln, mit deren Freilassung sich was mauscheln lässt. Angebliche Putschisten gegen griechische Nato - Soldarten, so soll es vermutlich nach türkischer Auffassung kommen. Unter Nato - Partnern sollte es selbstverständlich sein, dass so läppische Missgeschicke, wie sie den Griechen widerfahren sind, mit einer Fahrt im Geländewagen, zurück zur Grenze, gelöst wird. Die Türkei unter Erdogan ist und bleibt ein Störenfried, vor dem Europa geschützt werden muss.
recepcik 02.03.2018
3. Das hat man ja gut hinbekommen
Mit den zwei griechischen Soldaten wird Erdogan die Auslieferung der Soldaten erpressen, die in Griechenland Asyl beantragt haben. Es könnte sogar zwischen Erdogan und Tsipras abgesprochen sein. Die griechische Regierung hätte die Soldaten auch lieber ausgeliefert, wären da nicht die Gerichte. Auch Griechenland ist wegen dem faulen Kompromiss von Merkel mit Erdogan erpressbar.
kenterziege 02.03.2018
4. Ich werde an die Gebahren der DDR-Grenzwächter erinnert...
Da war der kleinste Fehltritt auch Spionage. Hier handelt es sich um zwei der NATO angehörenden Staaten. Man verwarnt die Leute und schickt sie zurück! Die Türkei entwickelt sich zu einer Diktatur und hier gibt es noch Leute, die dem Erdogan frenetisch applaudieren. Aber Erdogan nimmt den Mund ziemlich voll. Sein Vormarsch mit Leopard Panzern ist in Syrien stecken geblieben. Ein paar Kurden mit Panzerabwehrwaffen reichen dazu aus!
flytogether 02.03.2018
5. Es bedarf keiner langen Überlegungen
wie nun weiter geschachert wird. Und das unter NATO-Partnern. Da kann man sich gut ausmalen wie im Ernstfall (Verteidigungsfall) agiert wird.
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