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Einreise: Türkei verschärft Visa-Bestimmungen für Iraker

Iraker bekommen an der Grenze zur Türkei keine Visa mehr ausgestellt - sie müssen sich stattdessen in Erbil oder Bagdad um eine Einreiseerlaubnis bemühen. Damit kommt Ankara Forderungen der EU nach.

Die Türkei hat die Visa-Bestimmungen für Iraker verschärft, um den Strom von Flüchtlingen nach Europa einzudämmen. Außerdem soll durch die Verschärfungen verhindert werden, dass islamistische Extremisten in die Türkei einreisen.

Seit dem 10. Februar würden für Iraker keine Visa mehr an der Grenze ausgestellt, teilte die türkische Botschaft in Bagdad mit. Reisende müssten sich jetzt bereits in Bagdad oder Erbil um eine Einreiseerlaubnis bemühen. Für Iraker, die ein gültiges Visum für einen Schengenstaat oder die USA hätten, gelte dies nicht.

Tausende Iraker hielten sich illegal in der Türkei auf, um in den Westen zu gelangen, begründete Botschafter Faruk Kaymakci die Änderungen. Außerdem gebe es eine beträchtliche Zahl mutmaßlicher Anhänger der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Land.

Die Europäische Union setzt darauf, dass die Türkei den Zustrom an Flüchtlingen eindämmt - auch die Bundesregierung fordert seit Längerem verschärfte Visa-Bedingungen etwa für Syrer und Iraker. Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von der Türkei aus nach Griechenland in die EU gelangt. Unter den 1,1 Millionen in Deutschland registrierten Asyl- und Schutzsuchenden waren 2015 fast 122.000 Iraker. Sie stellten damit die drittgrößte Gruppe an Migranten.

anr/Reuters

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