Türkische Staatsangehörige Wahlbeteiligung in Deutschland legt deutlich zu

Mehr als 40 Prozent der in Deutschland Wahlberechtigten haben bereits ihre Stimme für die Parlamentswahl in der Türkei abgegeben. Am Sonntag wählten erstmals mehr als 100.000 türkische Staatsangehörige in Deutschland.

Wählerin in Berlin
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Wählerin in Berlin


Noch bis zum Dienstag können wahlberechtigte Türken in Deutschland für die türkische Parlaments- und Präsidentschaftswahl abstimmen. Am vergangenen Wochenende machten davon besonders viele Menschen Gebrauch: Erstmals seit Beginn des Votums am 7. Juni haben am Sonntag mehr als 100.000 der in der Bundesrepublik registrierten türkischen Wähler abgestimmt. Das geht aus Statistiken der Wahlkommission hervor.

Insgesamt beteiligten sich demnach bis einschließlich Sonntag 588.209 der in Deutschland registrierten 1.443.585 Wahlberechtigten an der Türkei-Wahl. Das entspricht einer Quote von rund 40,7 Prozent. An den Grenzübergängen zur Türkei kann noch bis zum eigentlichen Wahltag am 24. Juni votiert werden.

In Österreich liegt die Beteiligung bislang mit rund 42,4 etwas über der in Deutschland. In den Konsulaten in Wien, Salzburg und Bregenz stimmten bis Sonntag fast die Hälfte der Wahlberechtigten ab. Insgesamt kann außerhalb der Türkei in 60 Ländern gewählt werden. In den meisten Ländern begann die Wahl später als in Deutschland.

Wahlberechtigte Türken in Europa


Die gut drei Millionen stimmberechtigten Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Die größte Gruppe lebt in Deutschland. Bei einem knappen Ergebnis könnten Stimmen aus dem Ausland entscheidend sein.

Die Wahlbeteiligung in Deutschland war zu Beginn eher verhalten, was möglicherweise auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan zurückzuführen war, der vergangenen Freitag endete. Am türkischen Verfassungsreferendum im April letzten Jahres hatten sich 48,8 Prozent der in Deutschland registrierten Wähler beteiligt.

Briefwahl ist nicht vorgesehen

In der Bundesrepublik gibt es 13 Konsulate, in denen Stimmen abgegeben werden können. Da die Konsulate in Essen, Hannover, München und Nürnberg nicht über geeignete Räumlichkeiten verfügen, richten sie Wahllokale außerhalb ein.

Wahlberechtigt ist, wer bei der zuständigen Auslandsvertretung als Wähler registriert ist. Die Möglichkeit der Briefwahl ist im türkischen Gesetz nicht vorgesehen. Dafür können Auslandstürken an den Landesgrenzen abstimmen (mehr Details erfahren Sie hier).

Im Video: Mein Leben unter Erdogan

dbate

vks/dpa

insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
wolke:sieben 18.06.2018
1. Hoffentlich
..haben diese Wähler dann auch Erdogan gewählt, damit dieser auch als Chef der Türkei weiterhin das Sagen hat, denn dieser Mann macht das Meiste richtig !
sepplhammer 18.06.2018
2.
Zitat von wolke:sieben..haben diese Wähler dann auch Erdogan gewählt, damit dieser auch als Chef der Türkei weiterhin das Sagen hat, denn dieser Mann macht das Meiste richtig !
Danke für den guten Lacher. Bitte noch als Satire kennzeichnen.
Horch und Guck 18.06.2018
3. Bestimmt haben die das
Zitat von wolke:sieben..haben diese Wähler dann auch Erdogan gewählt, damit dieser auch als Chef der Türkei weiterhin das Sagen hat, denn dieser Mann macht das Meiste richtig !
Denn es ist ja einfach hier zu leben und seinen "Landsleuten" in der Türkei dann einen korrupten Despoten a`la Erdogan an den Hals zu wählen. Solange man unter der Herrschaft solcher Personen nicht leben muss kann man sie ja verehren und sie wählen, stimmts?
PaulchenGB 18.06.2018
4. Diktatur als ideale Staatsform? Gleichschaltung von Justiz und Presse,
Oppositionelle einsperren, so regiert es sich leichter mit dem Militär im Hintergrund. Und freie Wahlen können dann auch noch abgeschafft werden. Demokratie ade, Menschenrechte ade. Diesmal können alle Wahlberechtigten noch entscheiden, wie es mit der Türkei zukünftig weitergeht.
gehdoch 18.06.2018
5. Wer an einen anderen Ausgang...
...als Erdogans Sieg glaubt oder auch nur hofft, hat die Rechnung ohne die Stimmenauszählung gemacht, die fest in der Hand der AKP ist.
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