Türkei: Westerwelle will zügige Verhandlungen über EU-Beitritt

Die Kanzlerin ist skeptisch - doch Außenminister Guido Westerwelle drängt auf Tempo bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Auch Frankreich will neue Gespräche.

Westerwelle (am Freitag in Skopje): "Öffnung von bisher blockierten Kapiteln" Zur Großansicht
AP/dpa

Westerwelle (am Freitag in Skopje): "Öffnung von bisher blockierten Kapiteln"

Hamburg - Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat mehr Tempo bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei gefordert. "Wenn wir nicht achtgeben, wird die Stunde kommen, in der Europa mehr Interesse an der Türkei, als die Türkei Interesse an Europa haben wird", sagte Westerwelle der "Passauer Neuen Presse".

Es müsse wieder "neue Bewegung" in den Prozess um die Gespräche über einen Beitritt kommen und mit dem Land müsse "fair und respektvoll" umgegangen werden. Der Außenminister sprach sich vor allem dafür aus, rasch neue Kapitel in dem Beitrittsprozess zu eröffnen. Er arbeite bereits mit einigen seiner europäischen Amtskollegen daran, dass "noch im ersten Halbjahr eine Öffnung von bisher blockierten Kapiteln" erfolgen könne, sagte Westerwelle der Zeitung.

In die Verhandlungen war zuletzt wieder Bewegung gekommen, weil Frankreich seinen Widerstand gegen die Eröffnung des Kapitels zur Regionalpolitik aufgegeben hatte. Bisher blockierten vor allem Zypern und Frankreich die Aufnahme von Gesprächen auf etlichen der 35 Themenfeldern. Ob die Türkei einmal der EU angehören werde, entscheide sich dann "am Ende unserer Verhandlungen", sagte Westerwelle. Die dauern nun schon seit Oktober 2005 an.

Der Außenminister äußerte sich kurz vor der geplanten Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Türkei. Merkel betonte in einem Video-Podcast am Samstag, dass die Verhandlungen "ergebnisoffen" geführt werden sollten. Sie selbst sei skeptisch, was einen Beitritt angehe.

Merkel besucht am Sonntag das deutsche Truppenkontingent in Kahramanmaras im Südosten der Türkei. Die Nato hatte im Dezember beschlossen, Patriot-Systeme auf der türkischen Seite der Grenze zu stationieren, um die Türkei vor Geschossen aus Syrien zu schützen. Am Montag soll die Kanzlerin in Ankara mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Staatspräsident Abdullah Gül zusammentreffen.

ore/AFP/Reuters

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1.
Kaworu 23.02.2013
Meiner Meinung nach gab es in der Vergangenheit genug "zügige Verhandlungen" über EU-Beitritte - und ich kann mir aktuell mit den ganzen Hiobsbotschaften in der EU (zB Sorgen um Frankreich, Herabstufung von Großbritannien) ein Beitritt für die Türkei wirklich erstrebenswert ist.
2. Türkei: Hohes Wachstum (5% ), geringe Verschuldung
vandenplas 23.02.2013
Ich frage mich, ob die EU die Maastrichkriterien erfüllt um sich für einen Beitritt zur Türkei zu qualifizieren?
3. Gespräche ja, Beitritt nein
mundi 23.02.2013
Zitat von sysopDie Kanzlerin ist skeptisch - doch Außenminister Guido Westerwelle drängt auf Tempo bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Auch Frankreich will neue Gespräche....
Die erste Bedingung wäre ein Abzug der türkischen Truppen aus dem teilbesetzten EU-Land Zypern! Dann erst kann man verhandeln. Zudem galt seinerzeit das Versprechen eines Beitrittes der Türkei in die EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ) und nicht in die Statenunion wie die EU !
4.
anon11 23.02.2013
Zitat von sysopDie Kanzlerin ist skeptisch - doch Außenminister Guido Westerwelle drängt auf Tempo bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Auch Frankreich will neue Gespräche. Türkei: Westerwelle will zügige Verhandlungen über EU-Beitritt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-westerwelle-will-zuegige-verhandlungen-ueber-eu-beitritt-a-885126.html)
Das wäre der Kollaps. Dann kämen noch mehr ungebetenen, kriminelle "Fachkräfte" aus den türkischen Bergdörfern nach Deutschland, die man nie wieder los wird. Es gibt jetzt schon viel zu viele dieser "Kulturbereicherer" in Deutschland. Westerwelle sollte sich lieber mal um die Rückführung dieser ungebetenen Dauergäste kümmern, die ist seit Jahrzehnten überfällig.
5. Danke Guido !
jesse01 23.02.2013
Danke sehr, dass wir mit deiner Hilfe bald 80 Millionen Islamisten in Europa haben werde !! Dann wird es nicht mehr lange dauern bis der Islam ganz Europa erobert hat. Man braucht gar keinen Krieg führen, es reicht ja der einfache "biologische " Weg aus. Bei einem Kindsverhältniss von 5:1 zugunsten der Türken, wird das nur logisch sein. Dazu wird dann noch der freie Zuzug der Bulgaren und Rumänen 2014 kommen !! Wohlgemerkt zulasten der Sozialsysteme, nicht zugunsten des Arbeitsmarktes. Dann gute Nacht Europa. Es war trotzdem schön mit dir !!! So long !!
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