Ankara - Im Zuge der Auseinandersetzungen um kurdische Autonomiebestrebungen plant die Türkei jetzt die Einführung von Kurdisch als Wahlfach an ihren Schulen. Der Unterricht in dieser Sprache ist bislang von der Regierung mit der Begründung verboten, dies könnte zur Spaltung des Landes beitragen. Seit Jahrzehnten kämpfen die Kurden im Südosten des Landes für Autonomie.
Allerdings hatte sich die Regierung in Ankara zuletzt kompromissbereit gezeigt. So erhielten bereits kurdische Sprachinstitute sowie private Kurdischklassen die Erlaubnis zum Unterrichten. Ebenso sind mittlerweile kurdischsprachige Fernsehprogramme zugelassen. Am Dienstag gab Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekannt, dass seine Regierung das Unterrichten des Kurdischen sowie einiger anderer Sprachen und Dialekte an Schulen erlauben werde. "Dies ist ein historischer Schritt", sagte Erdogan.
Auf Seiten der Rebellen sowie der kurdischen Politik wurde allerdings Kritik laut, dass der Schritt nicht weit genug gehe. Sie beharrten auf ihrer Forderung nach Autonomie sowie nach einem vollständig in Kurdisch gehaltenem Unterricht.
hen/dapd
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