Türkei: Erdogan kündigt Kurdischunterricht an Schulen an

Die türkische Regierung will die Rechte der Kurden im Land stärken: An staatlichen Schulen soll es nach dem Willen von Ministerpräsident Erdogan künftig Kurdischunterricht geben. Es handele sich um einen "historischen Schritt", betonte Erdogan.

Ankara - Im Zuge der Auseinandersetzungen um kurdische Autonomiebestrebungen plant die Türkei jetzt die Einführung von Kurdisch als Wahlfach an ihren Schulen. Der Unterricht in dieser Sprache ist bislang von der Regierung mit der Begründung verboten, dies könnte zur Spaltung des Landes beitragen. Seit Jahrzehnten kämpfen die Kurden im Südosten des Landes für Autonomie.

Allerdings hatte sich die Regierung in Ankara zuletzt kompromissbereit gezeigt. So erhielten bereits kurdische Sprachinstitute sowie private Kurdischklassen die Erlaubnis zum Unterrichten. Ebenso sind mittlerweile kurdischsprachige Fernsehprogramme zugelassen. Am Dienstag gab Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekannt, dass seine Regierung das Unterrichten des Kurdischen sowie einiger anderer Sprachen und Dialekte an Schulen erlauben werde. "Dies ist ein historischer Schritt", sagte Erdogan.

Auf Seiten der Rebellen sowie der kurdischen Politik wurde allerdings Kritik laut, dass der Schritt nicht weit genug gehe. Sie beharrten auf ihrer Forderung nach Autonomie sowie nach einem vollständig in Kurdisch gehaltenem Unterricht.

hen/dapd

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insgesamt 8 Beiträge
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1. anmerkungen...
takamura 12.06.2012
Ob dieser Schritt von Erdogan historisch sein wird, wird die Geschichte zeigen. Die Volksgruppe der Kurden, die sich wiederum in unterschiedliche Richtungen aufteilt, will was? Es sind PKK, BDP, USA und die EU, die die Türkei bzw. die jetzige Regierung drängen, den "Kurden" mehr "Rechte" einzuräumen. Von einer kurdischen Volksbewegung die mehr Rechte will kann derzeit nicht ausgegangen werde. Die Regierung in der Türkei spielt das Spiel mit, sichert sich ihren Stuhl und die Sympathien anderer Staaten. Die ideologische Herkunft Erdogan`s würde niemals so weit gehen wie sie es bisher getan hat. Erdogan versucht es allen recht zu machen und verfängt sich in unüberlegten, von seinen Beratern schlecht informierten Ansätzen, die Politik der Türkei - innen wie aussen- zu bestimmen/ diktieren. Seine Unterstützer sind hauptsächlich islamistische Gruppen, Vereinigungen, Sekten Geschäftsmänner. Die weiderum mobilisieren ihre Glaubensanhänger und es entsteht der Anschein diese würden direkt die Regierungspartei unterstützen. Was Erdogan macht ist nicht der innere Wunsch oder seine Haltung, Demokratie und Menschenrechte herzustellen. Denn ansonsten wäre folgendes nicht! Nachrichten: Es sind derzeit ca. 600 Studenten und Schüler in Gefängnissen weil sie sich gegen die Unterdrückung ihrer Meinungs- und Redefreiheit gestellt haben. An die 100 Journalisten. Politiker und Mitarbeiter von politischen Vereinigungen und Parteien mehrere Hundert. Das zum Beispiel vor kurzer Zeit zwei Studenten zu jahrelanger Haft verurteilt worden sind, weil sie bei einer politischen Veranstaltung der Regierungspartei- mit einem Transparent- kostenlose Bildung gefordert hatten.
2. Ohje, dieser Erdogan-Hass...
spon-facebook-10000063801 12.06.2012
Lieber Takamura, wenn in Großbritannien Journalisten vor Gericht gestellt werden, weil Sie ja Menschen ausspioniert haben, dann ist das ok. Wenn das in der Türkei passiert, dann sind das unschuldige Journalisten. Was ist denn das für ein Denken??Jornalist = IMMER unschuldig?? Die Medien sind es doch hauptsächlich, die überall auf der Welt Zwitracht sähen! Denen geht es um ihre Auflage. Sonst um nichts. JEdenfalls den meisten! Und die Studenten, die im Knast sind, gehören der DHKP/C an. Kennen Sie diese?? Informieren Sie sich doch nicht immer nur so einseitig. Ihre Meinung ist komplett unsachlich! Ich bin KEIN Anhänger der regierenden AKP, aber man muss doch mal sachlich und fair bleiben. Seit 2002 ist von einer paranoiden Islamisierung des Landes die Rede! Dabei ist doch die Türkei schon längst ein islamisches Land. In Deutschland gibt es doch auch an jeder Ecke Kirchen! Wo ist das Problem? Wolfgang Thierse ist sogar Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Und jetzt? Ist doch normal für ein christliches Land und einen Christen. Verfällt man deswegen hier in Panik? Die Gleichsetzung des Islam mit Terrorismus ist doch einfach nur lächerlich. Erdogan tut der Türkei gut und das ist Fakt!
3. gut..gut.
Onkel_Karl 12.06.2012
Zitat von sysopDie türkische Regierung will die Rechte der Kurden im Land stärken: An staatlichen Schulen soll es nach dem Willen von Ministerpräsident Erdogan künftig Kurdischunterricht geben. Es handele sich um einen "historischen Schritt", betonte Erdogan. Türkei will an Schulen Kurdischunterricht einführen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,838499,00.html)
Mit anderen Worten von Erdohan heisst es.."Hier seht her ich mache in meinem Land auch Zugeständnisse...ich weiss dass die Kurden sie ablehnen werden aber dann könnt ihr mir nicht sagen,ich hätte es nicht versucht".
4.
seinsfeld 12.06.2012
Zitat von takamuraOb dieser Schritt von Erdogan historisch sein wird, wird die Geschichte zeigen. Erdogan versucht es allen recht zu machen und verfängt sich in unüberlegten, von seinen Beratern schlecht informierten Ansätzen, die Politik der Türkei - innen wie aussen- zu bestimmen/ diktieren. Seine Unterstützer sind hauptsächlich islamistische Gruppen, Vereinigungen, Sekten Geschäftsmänner. Die weiderum mobilisieren ihre Glaubensanhänger und es entsteht der Anschein diese würden direkt die Regierungspartei unterstützen. Was Erdogan macht ist nicht der innere Wunsch oder seine Haltung, Demokratie und Menschenrechte herzustellen. Denn ansonsten wäre folgendes nicht! Nachrichten: Es sind derzeit ca. 600 Studenten und Schüler in Gefängnissen weil sie sich gegen die Unterdrückung ihrer Meinungs- und Redefreiheit gestellt haben. An die 100 Journalisten. Politiker und Mitarbeiter von politischen Vereinigungen und Parteien mehrere Hundert. Das zum Beispiel vor kurzer Zeit zwei Studenten zu jahrelanger Haft verurteilt worden sind, weil sie bei einer politischen Veranstaltung der Regierungspartei- mit einem Transparent- kostenlose Bildung gefordert hatten.
Nun, man kann es nie jedem Recht machen. Was den Artikel angeht, ist das die erfreulichste Nachricht, die ich seit Jahren aus der Türkei vernommen habe. Ich dachte schon, das die Kurdisch-Kulturelle Gleichstellung nie stattfinden würde. Herr Erdogan macht den ersten Schritt, der durchaus als historisch zu bezeichnen ist. Endlich tut mal Jemand etwas. Und ich muss gestehen, dass ich es von Herr Erdogan als Letztes erwartet habe. Aber Sie sollten auch verstehen, dass nicht Alles was in der Türkei schief läuft Herr Erdogan angelastet werden kann, denn die Türkei ist keine Diktatur, nur eine unvollkommene Demokratie, die sich derzeit selbst reformiert. Das ist schon eine großartige Leistung der Türkei! Oder kennen Sie ein anderes Land, das sich freiwillig aus der Notwendigkeit heraus, friedlich "Zu mehr Demokratie" reformiert hätte. Mir ist Keines bekannt! Die Türkei ist ein spannendes Thema. Denn nicht nur die Wirtschaft entwickelt sich rasant, sondern auch das Demokratieverständnis in der Gesellschaft, was einen großen Unterschied zum Beispiel zu China ausmacht. Wie gesagt spannend!
5. Abwarten und Tee trinken
spon-facebook-10000216579 13.06.2012
Mit großen Schritten gerät man doch viel leichter ins Stolpern. Ich begrüße diesen Schritt! Immerhin ist er der politische Führer einenr Nation, die mehrere Völker in seinen (künstlichen) Grenzen beherbergt. Darf man ja nicht vergessen, dass eine "Nation" auch nur eine gedachte Linie ist. Eine Sprache ist echt, sie schaft Zugehörikeit.
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