Erdogan-Kritiker Gülen Türkische Regierung will Auslieferung aus den USA

Die Türkei versucht es noch einmal: Sie will die USA um die baldige Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen bitten. Ankara wirft dem Erzfeind von Erdogan Putschpläne vor.

Erdogan-Kritiker Gülen: Seit 1999 in den USA
AP/ Selahattin Sevi

Erdogan-Kritiker Gülen: Seit 1999 in den USA


Fethullah Gülen ist der ärgste Rivale des türkischen Präsidenten. Recep Tayyip Erdogan wirft dem Prediger vor, staatliche Institutionen unterwandert zu haben, um die Regierung zu stürzen.

Jetzt wird Gülen in Abwesenheit der Prozess in der Türkei gemacht. Die Anklage fordert erschwerte lebenslange Haft für ihn, weil er nicht nur mit seiner Hizmet-Bewegung Putschpläne geschmiedet, sondern auch eine "bewaffnete Terrororganisation" gegründet haben soll. Zu den Klägern gehört auch Erdogan.

Gülen lebt seit 1999 in den USA, im Bundesstaat Pennsylvania. Deshalb will die Türkei Amerika um baldige Auslieferung des Angeklagten bitten. Das sagte Justizminister Bekir Bozdag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Seine Behörde habe bereits Interpol um Unterstützung gebeten. Da Gülens Aufenthaltsort aber bekannt sei, sei eine Auslieferung die bessere Alternative. Einen entsprechenden Antrag werde die Türkei demnächst an das US-Justizministerium stellen.

Die Türkei hatte von den USA bereits mehrmals die Auslieferung des Predigers gefordert - bisher vergeblich.

Justizminister Bozdag würde es nach eigenen Worten bevorzugen, dass Gülen freiwillig in die Türkei kommt und sich selbst im Prozess äußert. Nach geltender Rechtslage hindere den Prediger nichts daran, sagte er laut Anadolu. Insgesamt sind in dem Mammutverfahren rund 70 Verdächtige angeklagt, darunter mehrere hochrangige Ex-Polizisten.

Gülen war einst ein enger Verbündeter Erdogans. Die beiden zerstritten sich aber, als der Einfluss des Predigers wuchs. Die Regierung warf Gülens Bewegung vor, hinter den Korruptionsvorwürfen gegen Erdogans engstes Umfeld zu stecken, die Ende 2013 Schlagzeilen machten. Gülen hat immer noch großen Einfluss in der Türkei: Er leitet ein großes Netz an Schulen, Unternehmen und Hilfsorganisationen, pflegt Kontakte zu Polizei, Justiz und Medien.

heb/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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m.gu 15.01.2016
1. Das darf niemals geschehen
Die Menschen, die das unmenschliche und barbarische System in der Türkei anprangern, dürfen nicht ausgeliefert werden. Jedem User ist bekannt, was mit Andersdenkende, Türken, Kurden u.a. in den Folterkammern des Regime geschieht. Siehe Quelle: "Türkei - sexuelle Gewalt und Folter in Gefängnissen." Die wenigen Überlebenden, die dem Terror entkommen konnten, das Glück hatten ins Ausland zu flüchten berichteten, siehe Quelle: "Was ich in den Gefängnissen erlebt und gesehen habe geht..." Auch das amerikanische Militär hat inzwischen erkannt, wer der wahre Kriegstreiber im Nahen Osten ist. Siehe Quelle: "US-Militärs haben Respekt vor Leistung der Russen in Syrien." Bitte geben Sie im Internet genau diese Quellen ein, Sie werden Wahrheiten lesen, die viele noch nicht wissen können. Die Türkei ist demnach Dreh-und Angelpunkt beim Aufbau des IS gewesen. Nicht nur das auf türkischem Boden diese Schwerverbrecher im Kampf gegen Assad ausgebildet wurden, Verwundete gesund gepflegt wurden. Sie wurden auch mit den modernsten Waffen bedacht und auch heute wird noch der Öl Handel betrieben. Siehe Quelle: "Washington bestätigt-Türkei kauft IS Öl." Die enge Verbundenheit der IS - Banditen und der Regierenden in Ankara kommt zum Ausdruck, siehe Quelle: "Türkei und IS-Terroristen machen gemeinsame Sache."
bendevarimaq 15.01.2016
2. @1
Überdenken Sie nocheinmal die Quellenangaben, die Sie Ihren Thesen zuordnen. Ein Gefängnis ist keine Folterkamer des Regimes und nur weil die USA wenn überhaupt etwas positives aus dem russischen Einsatz sehen heißt das nicht das sie erkannt haben, dass das Böse die Türkei ist. Egal was die Türkei macht, ob sie nun gegen den Is vorgeht oder Flüchtlinge aufnimmt es wird immer wieder beschuldigt entweder zu lügen oder dem IS zu helfen. Dabei gibt es keine Beweise. Die Waffen die geliefert wurden und immernoch geliefert werden gehen an die Turkmenen in Syrien.
denkdochmal 15.01.2016
3. Das muß man verstehen!
Alle, die zum (selbst-)herrlichen Herrscher der Türkei und umliegender Dörfer in Opposition stehen, sind eben Putschisten, die man eliminieren muß. Gleich ob Parlamentarier, Richter, Polizisten, Staatsanwälte, Studenten und Sonstige, Kurden - denen er den Friedenspakt aufgekündigt hat (natürlich um Frieden herzustellen!), wie beim Schlußverkauf: Alles muß raus! Der Mann braucht freie Hand, um seine widerliche Politik durchzusetzen.
sedierung@googlemail.com 15.01.2016
4. Vorsicht mit dem Begriff
Zitat von m.guDie Menschen, die das unmenschliche und barbarische System in der Türkei anprangern, dürfen nicht ausgeliefert werden. Jedem User ist bekannt, was mit Andersdenkende, Türken, Kurden u.a. in den Folterkammern des Regime geschieht. Siehe Quelle: "Türkei - sexuelle Gewalt und Folter in Gefängnissen." Die wenigen Überlebenden, die dem Terror entkommen konnten, das Glück hatten ins Ausland zu flüchten berichteten, siehe Quelle: "Was ich in den Gefängnissen erlebt und gesehen habe geht..." Auch das amerikanische Militär hat inzwischen erkannt, wer der wahre Kriegstreiber im Nahen Osten ist. Siehe Quelle: "US-Militärs haben Respekt vor Leistung der Russen in Syrien." Bitte geben Sie im Internet genau diese Quellen ein, Sie werden Wahrheiten lesen, die viele noch nicht wissen können. Die Türkei ist demnach Dreh-und Angelpunkt beim Aufbau des IS gewesen. Nicht nur das auf türkischem Boden diese Schwerverbrecher im Kampf gegen Assad ausgebildet wurden, Verwundete gesund gepflegt wurden. Sie wurden auch mit den modernsten Waffen bedacht und auch heute wird noch der Öl Handel betrieben. Siehe Quelle: "Washington bestätigt-Türkei kauft IS Öl." Die enge Verbundenheit der IS - Banditen und der Regierenden in Ankara kommt zum Ausdruck, siehe Quelle: "Türkei und IS-Terroristen machen gemeinsame Sache."
Unabhängig davon dass die Türkei sich auf breiter Front von rechtsstaatlichen Prinzipien zu verabschieden droht und Herr Erdogan ein schlimmer Finger zu sein scheint, so ist Ihre Einlassung doch keinen Deut besser. Die sogenannten Quellen die Sie hier anführen sind reine Propagandainstrumente der Gegenseite. 1) der Bericht zu den Erlebnissen im Knast entstammt einer Propagandaseite der kurdischen Aktivisten. Ist also als neutrale Quelle genau so ungeeignet wie die offiziellen Verlautbarungen der AKP 2) Ölgeschäfte des IS mit der Türkei: dieser Artikel steht auf dem privaten Blog eines ausgewiesenen Verschwörungstheoretikers und "Lügenpresse" Propagandisten. Der Verweis auf "Türkei und IS-Terroristen machen gemeinsame Sache." bezieht sich auf den Sommer und die Schlacht um die Grenzstadt Kobane, als die Türkei lieber den IS als die Kurden vor Ihrer Haustür sitzen aber wollten. Schimme Sache, aber ein alter Hut. Wie gesagt, ich behaupte nicht, dass all das nicht stimmt, aber die eine Propaganda mit der Propaganda der Gegenseite widerlegen zu wollen ist nicht wirklich geschickt, man macht sich unglaubwürdig und erweist der Wahrheit einen Bärendienst.
m.gu 15.01.2016
5. Haben Sie die Quellenangaben gelesen?
Zitat von bendevarimaqÜberdenken Sie nocheinmal die Quellenangaben, die Sie Ihren Thesen zuordnen. Ein Gefängnis ist keine Folterkamer des Regimes und nur weil die USA wenn überhaupt etwas positives aus dem russischen Einsatz sehen heißt das nicht das sie erkannt haben, dass das Böse die Türkei ist. Egal was die Türkei macht, ob sie nun gegen den Is vorgeht oder Flüchtlinge aufnimmt es wird immer wieder beschuldigt entweder zu lügen oder dem IS zu helfen. Dabei gibt es keine Beweise. Die Waffen die geliefert wurden und immernoch geliefert werden gehen an die Turkmenen in Syrien.
Wenn ja, dann sind in den Gefängnissen sogenannte Folterkammern. Ihnen müsste bekannt ein, dass ein Teil der Turkmenen in Syrien sich der Al NUSRA Front angeschossen haben. Diese Turkmenen sind für einen Gottesstaat ähnlich wie der IS. Nicht nur diese Turkmenen werden mit Waffen, Munition u.a. von der Türkei beliefert. Was geschah mit de 3 ranghohen Militärangehörigen, die inhaftiert wurden? Warum wurden sie inhaftiert? Sie wollten den Waffenhandel mit dem IS unterbinden. Jeder Türke, der die heutige Politik des Herrn Erdogan rügt, ist ein "Feind" der Türkei. Was forderte vor kurzem Obama von Erdogan? Siehe Quelle: "Obama verlangt von Erdogan Respekt für die Nachbarn." Man kann nicht widerrechtlich, gegen den Willen der Regierung Iraks Truppen ins Nachbarland schicken oder? Erdogan verfolgt, siehe Quelle: "Sicherung der Ölgeschäfte: Türkei plant Militär-Basis im Irak." Der Schmuggel mit dem IS floriert seitens der Türkei, siehe Quelle: "Wird Deutschland zum Komplizen des IS vom 28.11.2015." In diesem interessanten Beitrag ist der Artikel Zitat "Öl-Schmuggel des IS: So ist Erdogans Sohn darin verstrickt." Sie schreiben Aufnahme von Flüchtlingen, was läuft wirklich ab? Siehe Quelle: "Menschenrechtsorganisation: Amnesty wirft Türkei Abschiebung syrischer Flüchtlinge vor." Wollen Sie Angaben von Flüchtlinge, die zuvor in Haftzentren der Türkei untergebracht waren, widersprechen?
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