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Konflikt zwischen Ankara und Moskau: Türkei wirft Russland ethnische Säuberung in Syrien vor

Russisches Bombardement in Idlib: Vorwürfe der Türkei Zur Großansicht
REUTERS/HO/Russisches Verteidigungsministerium

Russisches Bombardement in Idlib: Vorwürfe der Türkei

Der Ton zwischen Ankara und Moskau wird immer schärfer: Der türkische Regierungschef hat dem Kreml nun ethnische Säuberungen in Syrien vorgeworfen. Russland wolle Sunniten und Turkmenen aus dem Nordwesten des Landes vertreiben.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu beschuldigt Moskau, Kriegsverbrechen in Syrien zu begehen.

"Russland will das Gebiet um Latakia ethnisch säubern und vertreibt die Turkmenen und Sunniten, die keine guten Beziehungen zum Regime unterhalten", sagte Davutoglu vor Journalisten in Istanbul. "Sie wollen eine ethnische Säuberung, um die Militärbasen der Russen und des Regimes in Latakia und Tartus zu schützen." Belege für diese Vorwürfe legte der Premier nicht vor.

Russland unterhält im Nordwesten Syriens mehrere Militärstützpunkte. Zum einen die Marinebasis in der Küstenstadt Tartus, zum anderen die Luftbasis Chmeimim, die am Rand der Großstadt Latakia liegt. Chmeimim ist der wichtigste russische Stützpunkt für die Luftangriffe auf Rebellen und die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien.

Doch Davutoglu bezweifelt, dass Russland ernsthaft gegen die Dschihadisten in Syrien vorgehen will. "Ihr Kampf ist nicht gegen den IS gerichtet", sagte der türkische Premier. 90 Prozent der russischen Angriffe in Syrien seien gegen die moderate Opposition gerichtet.

Ministerpräsident Davutoglu: "Ihr Kampf ist nicht gegen den IS gerichtet" Zur Großansicht
AFP

Ministerpräsident Davutoglu: "Ihr Kampf ist nicht gegen den IS gerichtet"

Davutoglus Anschuldigungen dürften das türkisch-russische Verhältnis weiter belasten. Seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe vergeht kaum ein Tag ohne gegenseitige Vorwürfe, Strafmaßnahmen und Drohungen.

Davutoglu legte nun nach: "Russland unternimmt Operationen gegen die moderate Opposition besonders in Asas, die eine Hochburg der moderaten Opposition ist. Also wer hilft dem IS hier? Die Türkei oder Russland?"

In Asas kämpfe die syrische Opposition gar nicht gegen das Regime, sondern gegen den IS. "Sie bombardieren Asas, um die Opposition zu schwächen, die gegen den IS kämpft. Wer profitiert davon? IS, nicht das Regime."

Video: Russisches U-Boot feuert auf IS-Stellungen

AFP/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY

syd/Reuters/dpa

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Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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