Am Flughafen in Antalya Zwei weitere Deutsche in der Türkei festgenommen

In der türkischen Touristenhochburg Antalya sind zwei deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Grund seien offenbar "politische Vorwürfe", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.

Türkei: Flughafen von Antalya bestätigte Festnahmen
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Türkei: Flughafen von Antalya bestätigte Festnahmen


Zwei weitere Bundesbürger sind aufgrund "politischer Vorwürfe" in der Türkei festgenommen worden. Die Festnahme habe am Donnerstag am Flughafen von Antalya stattgefunden, so die stellvertretende Außenamtssprecherin Maria Adebahr am Freitag in der Bundespressekonferenz.

Das deutsche Generalkonsulat in Izmir sei von nichtstaatlichen Stellen über die Festnahme der beiden Deutschen informiert worden. Die Flughafenpolizei von Antalya habe die Festnahmen aber auf Nachfrage bestätigt. Ob es bei der Ein- oder Ausreise am Flughafen zu den Festnahmen kam, könne sie nicht sagen, so Adebahr.

Bestätigt worden sei auch die alleinige deutsche Staatsangehörigkeit der beiden Festgenommenen. Telefonischen Kontakt habe es zunächst nicht gegeben. Die Bundesregierung versuche, Kontakt herzustellen und konsularische Betreuung so schnell wie möglich sicherzustellen. "Wir müssen davon ausgehen, dass es ein politischer Vorwurf sein könnte", sagte Adebahr.

Es handelt sich nach Informationen des SPIEGEL vermutlich um zwei Deutsche mit türkischem Hintergrund. Türkische Behörden werfen ihnen offenbar vor, Anhänger der Gülen-Bewegung zu sein. Sie sind jetzt auf der Polizeistation in Antalya. Da in der Türkei gerade Ferien sind, werden die Deutschen ihre Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft möglicherweise erst in vier Tagen machen können.

Aktuell sind demnach 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft, einschließlich der beiden neuen Festnahmen - zwölf davon aus politischen Gründen. Die Außenamtssprecherin und Regierungssprecher Steffen Seibert verwiesen darauf, dass der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel bereits 200 Tage in der Türkei in Haft sei. Die gesamte Bundesregierung sei nicht nur in diesen Tagen in Gedanken bei ihm.

"Unsere Forderung an die Türkei ist klar: Wir erwarten von der Türkei, dass deutsche Staatsbürger freigelassen werden." Seibert kritisierte auch Verstöße gegen das Wiener Übereinkommen, das die konsularische Betreuung von Inhaftierten regele.

Die Bundesregierung beklagt seit Wochen, dass sie keinen ungehinderten Zugang zu deutschen Staatsbürgern erhalte.

cht/sev/AFP/dpa/Reuters



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