New York Reza Zarrab gesteht Bestechung eines türkischen Ex-Wirtschaftsministers

Präsident Erdogan wollte genau das verhindern - vergeblich: Der Goldhändler Reza Zarrab hat vor einem US-Gericht zugegeben, Bestechungsgelder an einen türkischen Ex-Wirtschaftsminister gezahlt zu haben.

Gerichtszeichnung von Zarrabs Geständnis
AP

Gerichtszeichnung von Zarrabs Geständnis


Reza Zarrab packt aus: Der türkisch-iranische Goldhändler hat vor einem Gericht in New York zugegeben, den früheren türkischen Wirtschaftsminister Mehmet Zafer Caglayan mit rund sieben Millionen Dollar bestochen zu haben. Caglayan habe ihm dafür geholfen, über die staatliche türkische Halkbank "Gold-gegen-Öl-Deals" abzuhandeln und Sanktionen gegen Iran zu umgehen, sagte er. Caglayan habe 50 Prozent der Profite bekommen.

Zuvor sei er von der Bank abgewiesen worden, sagte Zarrab, weil er "zu bekannt" sei. "Meine Frau ist eine berühmte Künstlerin in der Türkei, ich war ein Mensch, der die ganze Zeit in der Öffentlichkeit stand."

Zarrab soll in den Jahren 2010 bis 2013 über die türkische Halkbank große Mengen Gold nach Iran gebracht haben, um iranische Gaslieferungen zu bezahlen. Die US-Justiz sieht darin einen Verstoß gegen US-Finanzsanktionen. Zarrab wurde im März 2016 in Miami festgenommen, als er mit seiner Frau und Tochter auf dem Weg zu Disneyland in Florida war.

Er stand im Dezember 2013 im Zentrum von türkischen Korruptionsermittlungen gegen Politiker und Geschäftsleute aus dem Umfeld Erdogans. Vier Minister mussten damals ihren Posten räumen, bevor Erdogan die Einstellung der Ermittlungen erzwang und die ermittelnden Staatsanwälte und Polizisten ihrer Posten enthob.

Es bestand damals der Verdacht, dass die türkische Führung von den Goldgeschäften Zarrabs nicht nur wusste, sondern von ihnen auch profitiert hat. Nach Darstellung Erdogans waren die Ermittlungen hingegen ein Versuch der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zum Sturz seiner Regierung.

Der 34-jährige Zarrab hatte bei dem brisanten Prozess eigentlich selbst auf der Anklagebank sitzen sollen, hatte sich dann aber schuldig bekannt und tritt nun als Belastungszeuge auf. Auf der Anklagebank sitzt nun nur der frühere Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, Mehmet Hakan Atilla. Er hat die Anschuldigungen bislang zurückgewiesen. Der Prozess, der für Spannungen zwischen den USA und der Türkei gesorgt hat, könnte Beobachtern zufolge drei bis vier Wochen dauern.

dop/dpa



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