Türkische Kurdenpolitik Erdogan droht mit Einmarsch in den Irak

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat damit gedroht, dass es bald zu einer Militärintervention im Nordirak kommen könnte. Die Türkei habe das Recht, bei der Verfolgung von Kurden die Grenze zu überschreiten.


Istanbul - "Viel mehr können wir nicht mehr ertragen", sagte Erdogan der türkischen Zeitung "Hürriyet". Erdogan bezog sich damit auf die jüngsten Terroranschläge in der Türkei und auf die Zusammenstöße zwischen der türkischen Armee und der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Südosten des Landes.

Die türkische Armee hatte gestern mit einer Intervention gedroht. "Wenn es nötig ist, marschieren wir ein", titelten türkische Zeitungen. Die Gewaltaktionen der PKK werden vom Nordirak aus gesteuert, wo sich mehrere tausend Kämpfer der Kurdengruppe sowie die PKK-Führung aufhalten.

Die Türkei sei berechtigt, bei der Verfolgung von PKK-Einheiten die Grenze zum Nordirak zu überschreiten, sagte Erdogan. Man habe die Sorgen hinsichtlich der PKK-Aktivitäten im Nordirak sowohl der irakischen Übergangsregierung als auch der US-Regierung mitgeteilt. Die US-Truppen in Irak haben nach Angaben der türkischen Armee inzwischen den Befehl erhalten, die PKK-Führung in Nordirak festzunehmen.



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