Türkei Sicherheitskräfte töten Dutzende kurdische Kämpfer

Der Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK eskaliert weiter. Nach Angaben der türkischen Armee kamen bei Militäreinsätzen 28 Aufständische ums Leben. Auch ein Polizist und ein Soldat starben.

Polizei in Diyarbakir (Archivbild): Im Süden der Türkei kämpfen türkische Sicherheitskräfte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans
REUTERS

Polizei in Diyarbakir (Archivbild): Im Süden der Türkei kämpfen türkische Sicherheitskräfte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans


Bei ihrer Großoffensive gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben türkische Sicherheitskräfte im Südosten des Landes Dutzende kurdische Aufständische getötet. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen kamen in der Nacht zum Sonntag zwölf Kämpfer in der Stadt Van ums Leben. Sie hätten sich in einem Haus verschanzt. Bei dem Einsatz starb demnach auch ein Polizist.

Am Samstag hatte die Armee zudem erklärt, dass bei Gefechten in der Stadt Cizre nahe der Grenze zum Irak 16 Aufständische getötet worden seien. Zwei weitere starben demnach in Sur, einem umkämpften Stadtteil der Kurdenhochburg Diyarbakir. Ein Soldat wurde laut den Aussagen erschossen, mehrere erlitten Verletzungen.

Erdogan: PKK "bis zum Ende" bekämpfen

Die Armee geht in den Kurdengebieten im Südosten des Landes seit Anfang Dezember mit aller Härte gegen Aktivisten vor. In mehreren Städten gelten Ausgangssperren, in manchen Gegenden herrschen kriegsähnliche Zustände. Nach Armeeangaben wurden in Cizre, Silopi und Sur insgesamt bereits mehr als 420 PKK-Kämpfer getötet. (Lesen Sie hier eine Reportage aus den betroffenen Gebieten.)

Bei seiner Neujahrsansprache hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, er wolle die PKK "bis zum Ende" bekämpfen lassen. "Unsere Sicherheitskräfte säubern sowohl die Berge, als auch die Städte Meter um Meter von den Terroristen, und sie werden mit der Säuberung weitermachen." Die PKK, die auch in der EU und den USA als terroristische Organisation eingestuft wird, kämpft seit Jahrzehnten für mehr Autonomie.

Zuletzt waren Anfang Januar bei einem Militäreinsatz in Silopi 28 Kämpfer der PKK getötet wurden, wie die türkischen Streitkräfte zu dem Zeitpunkt mitteilten. Die prokurdische Oppositionspartei HDP erklärte, die Armee habe das Viertel Zap am Samstagabend mit Panzern eingekreist und unter schweren Beschuss genommen.

irb/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.