Frauenrechte Tunesierinnen dürfen Nicht-Muslime heiraten

Menschenrechtler in Tunesien können einen Erfolg verbuchen: Künftig ist es Frauen erlaubt, auch nicht-muslimische Männer zu heiraten - bisher war das verboten.

Tunesierinnen bei Protesten (Archivbild von 2013)
AFP

Tunesierinnen bei Protesten (Archivbild von 2013)


Bis jetzt war es in Tunesien so: Wollte ein Nicht-Muslim eine Frau aus dem nordafrikanischen Land heiraten, musste er zunächst zum Islam konvertieren. Denn Tunesierinnen war es per Gesetz nicht erlaubt, einen Mann zu heiraten, der einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört. Nun hat die tunesische Regierung die umstrittene Regelung gekippt.

Damit steht es den Frauen in Tunesien frei, auch Nicht-Muslime zu heiraten, berichtet die britische BBC. Der Sprecher von Präsident Beji Caid Essebsi habe die Neuerung verkündet und den Frauen in seinem Land gratuliert, die nun die Freiheit hätten, "ihren Ehemann selbst auszuwählen".

Tunesien wird zu den arabischen Ländern gezählt, in denen Frauenrechte am ehesten beachtet werden. Menschenrechtsorganisationen gehen dennoch davon aus, dass etwa 70 Prozent der Frauen im Land misshandelt werden. Und noch immer wird ein Sohn als "wertvoller" angesehen als eine Tochter.

Bereits im vergangenen Monat kündigte Präsident Essebsi bei seiner Rede zum Frauentag an, dass der Konfessionsbann für Ehepartner aufgehoben werden sollte. Der entsprechende Paragraf war seit 1973 in Kraft.

Im Juli hatte das tunesische Parlament bereits ein weiteres Gesetz überarbeitet, das Vergewaltiger bis dato vor Strafverfolgung schützte, wenn sie ihr Opfer nach der Tat heirateten. Neben Tunesien haben auch Jordanien und der Libanon ein solches Gesetz geändert.

vks

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