Parlamentswahl in Tunesien Islamisten verlieren Mehrheit

Die säkulare Partei Nidaa Tounes ist neue stärkste Kraft im tunesischen Parlament. Laut dem offiziellen Wahlergebnis verloren die Islamisten der Nahda-Partei ihre Mehrheit. Ihre Niederlage hatten sie bereits eingeräumt.

Wahlkommissions-Präsident Sarsar: Nidaa Tounès gewinnt
DPA

Wahlkommissions-Präsident Sarsar: Nidaa Tounès gewinnt


Tunis - In Tunesien hat die säkulare Partei Nidaa Tounes bei der Parlamentswahl am Sonntag laut amtlichem Ergebnis 85 Sitze gewonnen. Die gemäßigt islamistische Nahda-Partei, die bislang stärkste Kraft war, komme auf 69 der insgesamt 217 Sitze, teilte die Wahlbehörde nun mit.

Die Parlamentswahl war am Sonntag ohne Störungen zu Ende gegangen. Bei der ersten demokratischen Wahl im Jahr 2011 hatte die Nahda-Partei die meisten Stimmen erhalten. Die Partei hatte ihre Niederlage bereits am Montag eingeräumt.

Nidaa Tounès vereint politische Kräfte vom linken bis zum Mitte-Rechts-Spektrum, darunter auch Anhänger des 2011 gestürzten Ben Ali. Die Nahda-Partei war bisher die dominierende Kraft in der Verfassungsgebenden Versammlung, verlor zuletzt jedoch an Rückhalt.

bka/AFP/Reuters



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showmeheaven 30.10.2014
1.
Ich hoffe echt Tunesien wird ein Beispiel für den Rest der Region, aber ich bezweifel es noch. Zur Ennahda: In Zeiten des IS find ich den Begriff "Islamistische Partei" im Zusammenhang mit der Ennahda nicht so treffend. Ich würde Sie eher als konservativ islamisch bezeichnen. Ich sehe es als gefährlich an, diese Partei durch den Begriff "islamistisch" mit dem IS gleich zu setzen. Nicht jede islamisch-konservative Partei ist islamistisch. Nichts desto trotz freue ich mich sehr, dass die Ennahda eine Schlappe erlitten hat denn ich bin sehr für Säkularismus bzw. einen Laizistischen Staat.
Manu-40, 30.10.2014
2. Klein, aber fein!
Dieser Artikel verdiente mehr Tiefe! Mit nur 10 Mio. Einwohner ist Tunesien ein klein muslimisches Land, aber die Signale, die jetzt von dort abgehen, verdienen unsere Aufmerksamkeit und humanistische Bewunderung: Die bisher regierende Islamische Nahda-Partei (32%) räumt einen Tag nach der Wahl ein, sie verloren zu haben. Dies ist schon in sich bemerkenswert insbesondere, weil die Nahda-Partei mit nicht selbstverständlicher demokratischer Reife die Macht der säkularen Regierung der Nidaa Tounès (39%) friedlich abgibt. Glücklicherweise war der Wahlverlierer Gerhard Schröder kein Vorbild für den bisherigen Premierminister Ali Larayedh. Eine stärkere Reportage von SPON über dieses Land wäre willkommen.
seneca55 30.10.2014
3. Tunesien hat anscheinend dazu gelernt
Die Wahl in 2011 schien Tunesien direkt in den Bürgerkrieg zu führen wie in Libyen und Ägypten zu sehen ist resp.war. Jetzt haben sich die säkularen Parteien zu einer Partei zusammen geschlossen, um die Islamisten der Ennaha Partei zu übertrumpfen und es ist ihnen gelungen. Hoffentlich können sie die Islamisten in ihrem islamischen Land kontrollieren und so einen Bürgerkrieg vermeiden.
narko1 30.10.2014
4. Vertrauen auf den Menschenverstand
Ich habe großen Respekt vor Menschen die Glauben! Jedoch einen Hass auf Menschen die nicht verstehen das Gott den Menschen geschaffen hat, so unterschiedlich und Frei wie er heute ist. Jetzt kommen Islamisten und Stellen Gottes Geschöpf in Frage! Ich bin froh das Islamisten immer mehr an Gefolgsleuten verlieren wird, allerdings werden die Radikale mehr. Hoffe auf den natürlichen Menschenverstand.
KimKorn 05.11.2014
5. @spiegel team
ihr habt mal wieder mein kommentar zensiert. echter qualitätsjournalisten seid ihr, was.
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