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Tunesien: Oppositionspolitiker wurden mit derselben Waffe erschossen

Demonstranten mit Bild Brahmis: Verbindungen zu Mord an Belaïd Zur Großansicht
REUTERS

Demonstranten mit Bild Brahmis: Verbindungen zu Mord an Belaïd

Der Mord an Oppositionsführer Mohamed Brahmi erschüttert Tunesien. Jetzt kommt heraus: Er wurde mit derselben Waffe umgebracht wie im Februar der säkulare Politiker Chokri Belaïd.

Tunis - In Tunesien sorgt der Mord an Oppositionsführer Mohamed Brahmi für große Wut, ähnlich wie es die Tötung von Chokri Belaïd vor Monaten tat. Nun kommt heraus: Beide Politiker wurden offenbar mit derselben Waffe ermordet. Das berichtete der tunesische Innenminister Lotfi Ben Jeddou an diesem Freitagmittag.

Nach Angaben der Agentur Reuters sagte der Minister, es handele sich um eine 9-Millimeter-Automatikwaffe. Damit liegt der Verdacht nahe, dass Brahmi wie bereits Belaïd von Salafisten umgebracht wurde.

Der Abgeordnete Brahmi wurde am Donnerstag in einem Vorort von Tunis vor den Augen seiner Frau von Unbekannten auf der Straße erschossen. Der 58-Jährige gehörte in der verfassungsgebenden Versammlung dem linken, nichtreligiösen Lager an und leitete die Partei "Bewegung des Volkes". Brahmi galt als erbitterter Gegner der Islamisten.

Zwei Männer auf einem Motorrad feuerten 14 Schüsse auf Brahmi vor seinem Haus ab, als dieser in ein Auto steigen wollte. Belaïd war im Februar auf ähnliche Weise getötet worden, dabei wurden islamistische Extremisten als Täter ausgemacht. Im Anschluss eskalierten seit längerem anhaltende Spannungen, es kam zu Massenprotesten im Ursprungsland des Arabischen Frühlings.

Nach dem Tod Brahmis riefen Gewerkschaften für den Freitag zu einem Generalstreik auf - zahlreiche Tunesier folgten dem Aufruf. Europäische Fluggesellschaften mussten fast alle Flüge in das nordafrikanische Mittelmeerland streichen. Die Flaggen in Tunis wehten auf halbmast. Präsident Moncef Marzouki hatte für den ganzen Tag Staatstrauer anordnen lassen. Es sollte ein Zeichen gegen Terrorismus und Gewalt gesetzt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Mord an Brahmi als feiges Attentat. "Ich bin erschüttert", erklärte Merkel in einer Mitteilung. Die Täter müssten zügig ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Das gelte auch im Fall Belaïds.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Richtige Reaktion der Kanzlerin
erasmus89 26.07.2013
Endlich reagiert Merkel zügig und mit klaren Worten. Es wäre zu wünschen, das Merkel hinsichtlich solcher Taten auch in anderen Ländern eindeutig Position im Sinne der Menschenrechte beziehen würde.
2. Sehr sehr traurig!
mickt 26.07.2013
Radikale ohne jede Toleranz.
3. Der arabische...
achmed1 26.07.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Mord an Oppositionsführer Mohamed Brahmi erschüttert Tunesien. Jetzt kommt heraus: Er wurde mit derselben Waffe umgebracht wie im Februar der säkulare Politiker Chokri Belaïd. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tunesien-politiker-brahmi-und-belaid-wurden-mit-selber-waffe-getoetet-a-913314.html
Frühling hat in allen Staaten die Islamisten hochgespült. Die sehen in den zunächst als demokratisch anmutenden Veränderungen ihre letzten Chancen, Man "verkleidet" sich in demokratischen Parteien, um dann Schritt für Schritt die archaischen Sitten und Gebräuche dieser Glaubensfanatiker einzuführen. Ehnada, Muslimbrüder, Hamas, Hisbollah und Iran sind die größten Probleme des Abendlandes. Auch wir in Europa werden demnächst kämpfen müssen, denn ähnliche Strukturen, sowie der enorme Geburtenüberschuss dieser Gruppe machen uns schon jetzt zu schaffen. Leider sind diese archaischen Rieten und Bräuche, sowie der Gottesbezug der Verfassung und der Gesetze, mit einer freien pluralistischen Gesellschaft nicht in Einklang zu bringen, auch nicht in den nun von Despotie befreiten Staaten. Die USA und auch Europa spielen leider mit, diese Systeme der Unterdrückung zu tolerieren und Anzuerkennen. Gut das das ägyptische Militär dem Spuk um Mursi erst mal ein Ende bereitet hat. Unter den Muslimbrüdern wird kein Staat florieren können. Hätten die anderen Gottesstaaten wie Saudi-Arabien, Golfstaaten sowie Iran kein Öl zu verkaufen, wären auch dort nur bettelarme Menschen, oder man hätte vor Hunger die Mullahs etc. verjagt.
4.
degraa 26.07.2013
Zitat von erasmus89Endlich reagiert Merkel zügig und mit klaren Worten. Es wäre zu wünschen, das Merkel hinsichtlich solcher Taten auch in anderen Ländern eindeutig Position im Sinne der Menschenrechte beziehen würde.
Eben. Worte. Wie wäre es mal mit der Ausweisung der Salafisten, die hier ihre Meinugsfreiheit schon aggressiv in Anspruch nehmen, diese aber da, wenn selber in größerer Menge vorhanden, keinem anderen gönnen.
5.
lebmah 26.07.2013
schlimm so was:( Tunesien braucht eine neue Regierung und eine Revolution in Tunesien halte ich als Araber nicht für ausgeschlossen ...Hoffentlich friedlich wie in Ägypten
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Fläche: 163.610 km²

Bevölkerung: 10,983 Mio.

Hauptstadt: Tunis

Staatsoberhaupt:
Beji Caid Essebsi

Regierungschef: Youssef Chahed

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