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Krise in Tunesien: Zehntausende protestieren in Tunis

Es war der größte organisierte Protest seit Beginn der politischen Krise in Tunesien: In der Hauptstadt sind Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Anhänger der Regierung skandierten ihre Unterstützung, die Gegner forderten den Rücktritt des Parlaments.

Tunis - Sowohl Anhänger als auch Gegner der tunesischen Regierung sind in der Nacht zu Sonntag erneut zu Zehntausenden auf die Straße gegangen. Unterstützer der islamistischen Partei Nahda versammelten sich in der Hauptstadt Tunis auf dem Kasbah-Platz, wo sich der Regierungssitz befindet.

Die Menge skandierte Slogans wie "Legitimität", "Das Volk will Nahda" und "Gott ist der Größte". Es wurden tunesische Flaggen geschwenkt, aber auch die Fahne der Nahda sowie die der Salafisten-Bewegung. Die Partei gab die Zahl der Demonstranten mit rund 200.000 an, die Polizei machte keine Angaben. Es war der bislang größte von der Nahda organisierte Protest seit Beginn der politischen Krise in Tunesien.

Ganz in der Nähe demonstrierten Tausende Oppositionsanhänger und forderten die Auflösung des Parlaments sowie den Rücktritt der Regierung.

Seit Tagen protestieren Anhänger und Gegner der von Nahda dominierten Regierung gegeneinander. Auslöser ist die Ermordung des Oppositionspolitikers Mohammed Brahmi am 25. Juli. Seine Anhänger machen die islamistische Partei für den Mord verantwortlich.

Das Kabinett beschloss inzwischen vorgezogene Neuwahlen, um das Land aus der Krise zu führen. Sie sollen am 17. Dezember stattfinden. Zugleich schloss Ministerpräsident Ali Larayedh einen vorzeitigen Rücktritt aus. Für kommenden Dienstag kündigte die Nahda eine große Kundgebung an.

aar/AFP

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1. Salafisten und Ennahda demonstrieren gemeinsam!
xvulkanx 04.08.2013
Dabei will Frau Putz uns doch immer wieder weismachen, dass die Ennahda gegen die Salafisten kämpft.
2. Zahlenspiele
gamrashems 04.08.2013
Die Regierungspartei sagt, es seien 200000 gewesen und das auf dem Platz vor der Kasba, wo wenn man auf jeden Quadratmeter 4 Leute stellt, grade mal 40000 hinpassen. Andere Schaetzungen reden von ca 10000. Auch schon eine ganz schoene Leistung, wenn man die Logistik bedenkt, die dahinter steht, da die Nadha ja die Leute in ganz Tunesien angeworben hat und besonders im Sueden, wo fuer die armen Leute 50 Dinar (ca 25 Euro) fuer einmal Fahnenschwenken viel Geld ist, sie bezahlt hat, dafuer dass sie nach Tunis fahren und demonstrieren. Diese Leute wurden mit Bussen aus dem ganzen Land zusammengekarrt. Typisch ist auch, dass es eine Kundgebung der Regierung immer nur ein einer einzigen Stadt in Tunesien gibt, waehrend die Opposition es locker schaft, jeden Abend in einer ganzen Reihe von Stadten Kundgebungen mit vielen tausend Menschen zu veranstalten, die auch noch alle freiwillig kommen und nicht angeworben werden. Die angekuendigten "Neuwahlen" sind nur eine Beruhigungspille fuer den Westen, um zu zeigen, wie demokratisch es hier zugeht. Statt dessen tut die Nadha alles, um hier in Tunesien den naechsten Gottesstatt à la Iran oder Saudi Arabien einzurichten.
3. So siehts aus
Free7 04.08.2013
Der Preis der Nahda steigt. Mittlerweile sind es wohl 60 Dinar pro Kopf und Fahnenschwenker welche Katar sponsert damit die Nahda an der Macht bleibt...weiter Unruhe stiftet, die vom Westen ach so ungeliebten Salafisten unterstützt und die tunesische Bevölkerung in Ihren gewachsenen Rechten einschränkt..Demokratie ist ein nettes Wort (?)
4.
hichamwayne 04.08.2013
Zitat von gamrashemsDie Regierungspartei sagt, es seien 200000 gewesen und das auf dem Platz vor der Kasba, wo wenn man auf jeden Quadratmeter 4 Leute stellt, grade mal 40000 hinpassen. Andere Schaetzungen reden von ca 10000. Auch schon eine ganz schoene Leistung, wenn man die Logistik bedenkt, die dahinter steht, da die Nadha ja die Leute in ganz Tunesien angeworben hat und besonders im Sueden, wo fuer die armen Leute 50 Dinar (ca 25 Euro) fuer einmal Fahnenschwenken viel Geld ist, sie bezahlt hat, dafuer dass sie nach Tunis fahren und demonstrieren. Diese Leute wurden mit Bussen aus dem ganzen Land zusammengekarrt. Typisch ist auch, dass es eine Kundgebung der Regierung immer nur ein einer einzigen Stadt in Tunesien gibt, waehrend die Opposition es locker schaft, jeden Abend in einer ganzen Reihe von Stadten Kundgebungen mit vielen tausend Menschen zu veranstalten, die auch noch alle freiwillig kommen und nicht angeworben werden. Die angekuendigten "Neuwahlen" sind nur eine Beruhigungspille fuer den Westen, um zu zeigen, wie demokratisch es hier zugeht. Statt dessen tut die Nadha alles, um hier in Tunesien den naechsten Gottesstatt à la Iran oder Saudi Arabien einzurichten.
na endlich mal einer der die wahrheit kennt und sie auch auspricht. Alle die bei dieser demo mit angeblich 200.000 waren wurden gekauft und das sind für mich Landesverräter die ihr land verkauft haben. Die Nahdha ist schon lange nicht mehr Legitim an der Macht. Außerdem sagt man in tunesien das da höchstens 20.000 waren und keine 200.000 wo dagegen in Bardo JEDEN tag über 40.000 sind. Nahdha sind verbrecher genau wie die Salafisten die ich mit Nazis gleichstelle und solche leute haben auf der welt nichts zu suchen, aber zum glück ist ja die BAT heute morgen rausgerückt und hat schon salafisten verhaftet, aber finde die haben zu lange gewartet also ganze zwei jahre. BAT (Brigarde Anti Terrorisme) die zeit wird kommen wo die islamisten fallen und wir unser altes Liberales Tunesien wieder haben.
5. optional
HansStein 04.08.2013
Vor den letzten Wahlen gab die Ennahda vor dem Promogro (wie Aldi etc.) in Sousse 10 Dinar (ca. 5 Euro) Gutscheine. Diesmal vielleicht 20 oder 30. Katar hat noch eine Menge Geld. Hauptsache Katar bleibt von Unruhen verschont (wie die Saudis).
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Fläche: 163.610 km²

Bevölkerung: 10,983 Mio.

Hauptstadt: Tunis

Staatsoberhaupt:
Beji Caid Essebsi

Regierungschef: Habib Essid (per Misstrauensvotum abgesetzt August 2016); Youssef Chahed (nominiert)

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