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TV-Debatte der US-Demokraten: Hillary Clinton will sofortigen Abzug der Truppen aus Irak

Der von US-Präsident Bush geführte Krieg gegen den Terrorismus hat für heftigen Streit unter den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gesorgt. In ihrer zweiten TV-Debatte kam es zu einem Schlagabtausch zwischen Hillary Clinton, Barack Obama und John Edwards.

Manchester - In der Fernsehdebatte in Manchester im Staat New Hampshire sagte der frühere Senator von North Carolina, John Edwards, Bushs Krieg gegen den Terror sei lediglich "ein politischer Slogan, ein Autoaufkleber, mehr nicht". Der Kandidat für die Vizepräsidentschaft während der letzten Präsidentschaftswahl kritisierte die Senatoren Barack Obama und Hillary Clinton dafür, im Kongress nichts gegen den Irak-Krieg unternommen zu haben.

Clinton: "Eine kleine Bande von Terroristen"
AFP

Clinton: "Eine kleine Bande von Terroristen"

Sie hätten unlängst im Senat gegen einen Irak-Kriegsetat ohne Abzugstermin gestimmt, ohne vorher öffentlich ihre Haltung klar zu machen. "Es gibt einen Unterschied zwischen Führen und Folgen", sagte er. "Es gibt einen Unterschied zwischen Führen und Gesetze erlassen." Edwards entschuldigte sich erneut, 2002 wie Hillary Clinton für den Krieg gestimmt zu haben.

Der Senator aus Illinois, Barack Obama, erklärte, Bushs Krieg im Irak habe von den Bemühungen abgelenkt, den Terrorismus auszurotten. "Wir leben in einer gefährlicheren Welt, und das ist teilweise eine Folge der Politik dieses Präsidenten." Obama warf Edwards vor, im Oktober 2002 im Senat für den Irakkrieg gestimmt zu haben. "John, du bist viereinhalb Jahr zu spät, um in dieser Frage eine Führungsrolle zu übernehmen", sagte Obama, der damals noch nicht im Senat war, sich aber gegen eine Zustimmung zum Irakkrieg ausgesprochen hatte. "Ich war von Anfang an gegen diesen Krieg", sagte Obama.

Die New Yorker Senatorin Hillary Clinton widersprach Edwards' Beschreibung, Bushs Krieg gegen den Terror sei nur ein "politischer Slogan". Sie sagte, sie habe aus der Nähe den "furchtbaren Schaden" gesehen, den "eine kleine Bande von Terroristen unserem Land zufügen kann". Sie glaube, die USA seien heute sicherer als vor den Anschlägen vom 11. September 2001, sagte Clinton weiter.

Clinton, die als Senatorin 2002 für den Krieg gestimmt hatte und seitdem ihre Meinung änderte, lenkte die Debatte auf ihre Forderung nach einem Truppenabzug und auf die Verantwortung Bushs: "Dies ist George Bushs Krieg. Er ist verantwortlich für diesen Krieg, er hat ihn begonnen, er hat ihn schlecht geführt, er hat ihn eskalieren lassen, und er weigert sich, ihn zu beenden." Die ehemalige First Lady verwies auf ihren Einsatz im Kongress für ein Ende des Irak-Kriegs und versprach, unmittelbar nach ihrem Amtsantritt für den Abzug der US-Soldaten zu sorgen.

An der Debatte nahmen alle acht demokratischen Bewerber um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2008 teil. Die Republikaner werden am Dienstag in New Hampshire bei einer TV-Debatte gegeneinander antreten.

Die ersten Vorwahlen und Wahlversammlungen bei den Demokraten sind am 14. Januar 2008 in Iowa, am 19. Januar in Nevada und am 22. Januar in New Hampshire. Die endgültige Entscheidung über die Präsidentschaftskandidatur fällt im Sommer 2008.

In einer neuen Meinungsumfrage im Auftrag von "Washington Post" und "ABC News" liegt die ehemalige First Lady mit 42 Prozent Zustimmung klar an der Spitze der demokratischen Kandidaten. Danach folgen Obama mit 27 und Edwards mit 11 Prozent.

asc/AP/AFP/dpa

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