TV-Interview: Anwalt beschreibt Mubarak als schwer krank

"Er spricht sehr wenig und unterdrückt seine Schmerzen": Der Anwalt von Husni Mubarak schildert den gestürzten ägyptischen Präsidenten in einem CNN-Interview als krank, schwach und verbittert. Farid El Deeb bestreitet außerdem, dass Mubarak Geld außer Landes gebracht hat.

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Demonstranten in Kairo: Ist Mubarak schwer krank?

Kairo - Ägyptens ehemaliger Staatschef Husni Mubarak, der im Februar per Volksaufstand gestürzt wurde und in Untersuchungshaft auf seinen Prozess wartet, soll schwer krank sein. "Er leidet an einem ernsthaften Herzproblem und der Rückkehr seines Darmkrebses", sagte sein Anwalt Farid El Deeb dem US-Fernsehsender CNN. Mubarak rede nur wenig, unterdrücke seine Schmerzen und sei sehr betroffen über die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden.

Die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft wird vermutlich versuchen, Mubarak wegen der getöteten Demonstranten zur Verantwortung ziehen. Rund 800 Menschen kamen in den Tagen der Revolution ums Leben, darunter etwa 50 Polizisten, die meisten aber Demonstranten. Zum Teil wurden sie erschossen. Der gestürzte Präsident, so sein Anwalt laut CNN, habe keinerlei Anweisung gegeben, scharfe Munition einzusetzen.

Keinerlei Gelder ins Ausland geschafft?

Erst am Samstag war Mubarak laut CNN zu einer Geldstrafe von 34 Millionen Dollar (rund 26 Millionen Euro) verurteilt worden. Gemeinsam mit anderen Topbeamten wurde ihm die Sperrung des Internets ab dem 28. Januar 2011 vorgeworfen. Neben der noch folgenden Untersuchung der Todesfälle wird auch wegen Korruption gegen Mubarak ermittelt.

Anwalt El Deeb behauptet, dass Mubarak keinerlei Gelder ins Ausland geschafft habe. Er besitze ein persönliches Vermögen in Höhe von umgerechnet etwa 770.000 Euro, nichts davon befinde sich im Ausland. Dieses Vermögen habe er in 62 Jahren Arbeit angespart. In Ägypten wird vermutet, dass der Ex-Staatschef sich sehr wohl ausgiebig bereichert hat. Der Justizminister, den Mubaraks Anwalt als Lügner bezeichnete, hatte im Mai gegenüber CNN von Milliarden Dollar berichtet, die der Machthaber zur Seite geschafft haben soll.

Das Interview dürfte Teil des Versuchs des Anwalts sein, für Mubarak ein möglichst geringes Urteil zu erzielen - oder dafür zu sorgen, dass er gänzlich verschont wird. Der Ex-Präsident sei derart geschwächt, dass er nicht einmal mehr alleine ins Bad gehen könne, sagte El Deeb CNN.

yas

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1. Titel
glen13 30.05.2011
Zitat von sysop"Er spricht sehr wenig und unterdrückt seine Schmerzen": Der Anwalt von Husni Mubarak schildert den gestürzten ägyptischen Präsidenten in einem CNN-Interview als krank, schwach und verbittert. Farid El Deeb bestreitet außerdem, dass Mubarak*Geld außer Landes gebracht hat. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765721,00.html
Mir sind beim Lesen des Artikels die Tränen gekommen. Bitte ein Spendenkonto für Mubarak einrichten. Außerdem sollte das deutsche rote Kreuz ihn einfliegen und aus Menschlichkeit in eine gute Privatklinik einliefern, wo er kostenlos behandelt wird und anschließend noch eine 6-monatige Kur erhält. Das sind wir dem zu Unrecht Beschuldigen mittellosen Freund des Westens schuldig.
2. Meinung
meinmein 30.05.2011
Wenn die Herren sich rechtfertigen müssen, sind sie plötzlich alle schwer krank: Mubarak, Mladic, Pinochet und wie sie alle heißen. Das ist doch nun zu durchsichtig und wird die Gesellschaft hoffentlich nicht davon abhalten, sie lebenslänglich hinter Gitter zu schicken. Ich denke, die Anwälte wissen das auch und hoffen, so ein paar Hafterleichterungen rauszuschlagen.
3. Komischer Zufall
NormanR 30.05.2011
Anfang des Jahres war er noch nicht so krank und malad. Fällt immer wieder auf, so wie beim Serben jetzt. Wenns ans Eingemachte geht ist man leidend und hinfällig!!
4. orentalisches Gejammer
edelweiss99 30.05.2011
Zitat von sysop"Er spricht sehr wenig und unterdrückt seine Schmerzen": Der Anwalt von Husni Mubarak schildert den gestürzten ägyptischen Präsidenten in einem CNN-Interview als krank, schwach und verbittert. Farid El Deeb bestreitet außerdem, dass Mubarak*Geld außer Landes gebracht hat. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765721,00.html
Er war aber nicht zu krank, um Leute umbringen zu lassen! Und nun hofft er auf Mitleid. Die Leute in Ägypten haben genug: sie haben ihm lange vertraut und sind geschockt, was in den vergangenen Monaten ans Licht kam! Viele meinen, dass er ins Gefängnis gehört, selbst wenn er krank ist, denn er kannte kein Erbarmen in seiner langen Regierungszeit! Sein Anwalt glaubt wohl selber nicht, dass der "arme Mann" kein Geld hat. Mubarak hat regiert wie der Pharao: alles gehörte ihm und seiner Familie. Wer sich in den Weg stellte, wurde weggeräumt. Sie haben sich auf äusserst unanständige Weise bereichert, seine Söhne noch viel schlimmer als er. Ich bin wirklich kein Freund der Todesstrafe, aber hier würde sie Zeichen setzen! Auch allen anderen Despoten gegenüber. So manch einen beschleicht in der Zwischenzeit wohl die Angst, dass er auch mal vor ein Gericht gestellt werden könnte! Das ist schon mal was.
5. Merkwürdigerweise ...
UnitedEurope 30.05.2011
Komisch, immer wenn diese Dispoten und Verbrecher gefangen werden, sind sie auf einmal zu krank um Verantwortung zu übernehmen. Kleines Beispiel gefällig ? Mladic, Milsosovic, Mubarak ...
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